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am 11. 11. 2016

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Das Grab von Weert 1941 nahe Borki

Das Grab von Weert liegt  an der Vormarschstraße der 110. ID von Grjade nach Borki (Zador´e) nahe dem Ort Beloy, dem heutigen Belyy und wurde zufällig von einem Schul- oder Jugendfreund beim Vorbeimarsch dessen Einheit entdeckt und fotografiert.
Nach derzeitigen Kenntnissen wurde eine Umbettung der Gebeine auf eine Gedenkstätte noch nicht vorgenommen.

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An dem Todestag von Weert, wurde sein Vater, Johann Zell, von der Wehrmacht aus dem aktiven Frontdienst entlassen und bis zum Kriegsende vom aktiven Kriegsdienst freigestellt.

Die Stationen von Weert´s kurzem Soldatenleben.

Weert wurde ab dem 01.10.1940 in Oldenburg, in dem dortigen stationierten 1. Batterie, schwere Artillerie Ersatz – Abteilung E 56 ausgebildet.

Nach der Ausbildung zum Maurer kam er am 10.01.1941 nach Lüneburg. Dort wurde seit 10.12.1940 die 110. Infanterie Division aufgestellt. In dieser Division wurde Weert in der 12. Batterie des Artillerie Regiment 120 seine Stammeinheit.
Das Regiment bestand aus 4 Abteilungen und zwar 1. Abteilung: Batterie I-III, die 2 Abteilung: Batterie IV-VI, die 3. Abteilung: Batteie VII-IX und die 4. Abteilung: Batterie X-XII.
Die 4. Abteilung war die sogenannte schwere Artillerie, anfangs noch beritten, später motorisiert. Weert soll der Verbindungsfunker zwischen der Batterie und dem vorgeschobenen Beobachter gewesen sein.

Von Dezember bis April 1941 befand sich die 110. Infanterie Division, im Heimatstandort Lüneburg, der 11 Armee, zur besonderen Verfügung. In den Monaten Mai und Juni 1941 wechselte die Heimatverfügungsstellung an die 2. Panzerarmee. Im Juli 1941 bekam die Division den Marschbefehl einen Verfügungsraum vor Wilna in Litauen zu beziehen. Hier war die Einheit dem Armeecorps XXXII unterstellt. Die Befehlsgewalt hatte das Oberkommando des Heeres (OKH) Mitte.

Noch im Juli 1941 wurde die Einheit in den Russlandfeldzug (Unternehmen BARBAROSSA) geschickt. Sie sollte links von Smolenks in die Höhe von Moskau vorstoßen und dann später , nach der Einnahme von Moskau, rechts in Richtung Ural weiter marschieren. Mit Beginn des Feldzuges wechselte die Befehlsgewalt an das XXIII. Armeecorps und somit an die 9. Armee.

Am 22. Juni 41 marschierte ein Teil der 9. Armee  im Vormarsch in Richtung Osten. Nach der Durchbrechung der sowjetischen Grenzbefestigungen ostwärts von Goldap , ging es weiter in Richtung Moskau. Sie überschritten den Njemen und durchstießen im Juli die Stalinlinie bei Polozk.
Nach zähen Stellungskämpfen an der Düna (Mjesna) marschierten  die deutschen Truppen, teilweise gegen erbitterten russischen Widerstand,  unaufhaltsam mit Ziel Moskau gen Osten.
Bereits im August / September 1941 kämpfte die 110. Infanterie Division im Raum nördlich von Smolensk, zwischen Witebsk und Scharkowski.  Bis Moskau waren es nur noch ca. 400 km.

 Lage um Borki:  Anfang Oktober 1941 (110. ID)

Im Zuge, der für den Angriff erforderlichen Umgliederung wurde die Division in den Raum ostwärts Iljimo befohlen, den die Einheiten am 19.9., nach beschwerlichem Marsch zunächst auf leidlichen Sandwegen, danach durch dicken, zähem Schlamm über Bajewo a. d. Düna,  erreichte. Hier gab es einige Ruhetage. Während dieser wurde die Truppe durch neue Soldaten von zwei eingetroffenen Ersatz-Marsch-Bataillone aufgefrischt . Der nächste Großangriff stand den Einheiten der 110. ID unmittelbar bevor.

 

Weert´s letzter Einsatz

Mit dem neuen Marsch- und Angriffbefehl vom 1.10.1941 wurden alle Artillerieeinheiten, der im Raum vorhandenen Einheiten, zusammengezogen und marschierten südlich Richtung BOR, um dort für die Eroberung der Stadt Stellung zu beziehen. Ausnahme war eine Abteilung der AR 120, der die Aufgabe zugefallen war, das II. Batl. des Infanterie Regimentes 255 mit Artilleriefeuer bei dessen Angriff von der Nordseite her auf Borki zu unterstützen.

Die Infanteristen der verbleibenden Verbände sollten die von den Russen gehaltenen und stark befestigten Ortschaften erobern, Ziel war wieder Bjeloy.

Doch bereits am 2. Oktober, kurz nach Beginn der Offensive, stockte der Angriff der Infanterie auf Grund des äußerst starken russischen Widerstandes. Die Armeeführung beschloß, den Angriff zu stoppen, die abgezogenen Artillerieeinheiten zurück zu beordern und die Fortsetzung des Angriffes auf den 4.10. mit Artillerieunterstützung festzulegen.

In einem Gewaltmarsch erreichte die zurückbeorderte Artillerie, darunter auch die 12. AR 120, am Abend des 3.Oktobers auf der Südseite des Flusses Mesha den Ortsrand von Borki und ging sofort in Stellung.Die Lage um Bor zum Ende Septemper 1941

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Quelle der Grafik: http://www.bilder-hochladen.net/files/2awt-1-jpg-rc.html

Der Beginn der Offensive  der gesamten Heeresgruppe Mitte wurde auf den 2. 10.1041 festgesetzt.

Die 110. Division wurde dem Armee Korps VI unterstellt, das mit der 6. und 26. Infanterie Division, über den Ort BOR, die Stadt Bjeloj gewinnen sollte. Der 110. Division fiel die Aufgabe zu, ohne Truppenanschluss nach rechts und links  ein ausgedehntes Waldrevier beiderseits der MESHA (ein Nebenfluss des oberen Düna) zu durchstoßen und den Anschluss an die beiden anderen Divisionen des Korps bei Bjeloy zu gewinnen.

Durch das Waldgebiet führte von West nach Ost nur ein einziger Weg längs des Flusses, der, durch das, wie  durch Aufklärung bekannt war, gut befestigte, etwas abseits von Fluß gelegenen Dorf Borki gedeckt wurde. Dieses Dorf galt es als Erstes zu nehmen.

Das Dorf lag mitten im Wald, der schon teilweise urwaldartigen Charakter hatte. Morastige Mulden wechselten sich mit höher gelegenen Sandstreifen ab. Auf einem solchen Streifen waren die Häuser von Borki gebaut, inmitten von uralten Kiefern.
Die südlich liegende Mesha war etwa 60 m breit. Fluß aufwärts lag auf einer Lichtung der Ort Scharkosije mit seinen großen Holzlagerplätzen. Östlich davon lief eine Eisenbahnlinie in Nord-Süd-Richtung.

II./255 sollte mit einer Batterie des AR 120 den Ort Kochtschenki etwa 10 km nördlich an der Eisenbahn nehmen, um den dortigen Bereich abzusperren. Das IR 252 und 254 operierten auf Borki. Nach dem Übersetzen bei Griada am 2.10. stießen beide Regimenter auf Borki vor. Über den Fluß wurden durch die Pioniere eine 12to-Brücke geschlagen. Die Sicherung der Einheiten geschah durch Schützen in den Bäumen und von Granatwerfern, die die gegnerischen Stellungen unter Dauerfeuer nahmen.
An einer Fährstelle wurde Kommandant des  IR 254, Oberst Schreder, durch das russische Abwehrfeuer tödlich verwundet.  Aufgrund des starken Widerstandes und des schwer zunehmenden Ausbau der Verteidiger vor Borki wurde der Angriff abgebrochen und  auf den 4.10. verschoben: Die  II./255 hatte  inzwischen die Bahnlinie von her Norden abgesperrt und somit den russischen Nachschub unterbrochen.

Lage um Borki am 4.10.1941

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 Quelle: Thies, Lageatlas Heeresgruppe Mitte, 4.10.1941

Am 04.10.1941 um 5.30 Uhr begann der 2. Angriff der deutschen Truppen auf Borki und den anderen nahe gelegenen Ortschaften.

Das Artillerie Regiment 120, unter Führung des Infanterie Regiment 254, feuerte verbissen und allem, was die Rohre hergaben, gegen die russische Stellungen. Es wurde das schlimmste Artilleriefeuer, das es in diesen Krieg bisher gegeben hatte. Unaufhörlich schlugen die Granaten in dem kleinen Ort ein, in dem sich die Russen teilweise durch vierfache Balustraden von dicken Kieferstämmen geschützt und eingegraben hatten. Nach ca. vierstündigem, schwerstem Artilleriefeuer gaben die Russen ihre Stellungen auf und flohen nach Osten. Bjeloy fiel am 5.10.1941

Das Hauptziel des Angriffes, die Eroberung der Ortschaften Borki und Bjeloy, war erreicht und der Anschluß zur 6. und 26. ID wurde wie geplant am 6.10.1941 vollzogen.

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Karte Borki - Bjeloj (Kampf des AR 120 vom 02.-06. Oktober 1941)

Wegen der fehlenden Truppenanbindung zu den beiden Flanken fand der Kampf in dem urwaldähnlichen Gebiet um Borki unter schwersten eigenen Verlusten statt. Alleine ein Bataillon des 254. IR verlor an diesem Tage 136 Mann und beklagte sehr viele schwerverletzte Soldaten. Die Gesamtverluste dieser Offensive sind mir unbekannt.  Seit diesem Gefecht trug die 110. Division den Spitznamen:
Urwald - Division
Weert fiel wohl am Südufer des Flusses Mesha in seiner Artilleriestellung. Am gleichen Tag starb mit ihm der namentlich bekannte Unteroffizier Kurt Wögens (6./I.R. 254) aus Schlewig Holstein, und sehr viele andere, unbekannte Kameraden.
Der Kommandeur des 254 Infanterie Regimentes, Oberst Schreder, wurde bei dem Angriff schwer verletzt (siehe oben) und war am 12.10.1941 im Heimatlazarett seinen Verletzungen erlegen.  
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                                            Die Lage der Gräber bei Borki im Bezirk Twer
Gräber an einer Hauptstraße von Borki. Lks. unbekannt, gefallen am 12.10., re. das Grab von Weert

Bis heute liegen dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. aus dem Oktober 1941 80 namentliche Verlustmeldungen vor, deren Schicksale nicht geklärt werden konnten.

Die übrige Teile 9. Armee schlugen am 2.10.41 den Weg in Richtung Smolensk  - Jelna ein. Vordergründig sollte die Zange um Smolensk von den deutschen Armeen geschlossen werden. Die Russen leisteten auch hier erbitterten Widerstand, um das bestehende Ziel Hitlers, nämlich die Eroberung und Besetzung von Moskau zu verhindern (siehe unten Schlacht um Smolenks)
Im weiteren Verlauf des Oktobers stießen die Einheiten der 9. Armee unter Führung der 3. Panzergruppe (Armeekorps VI, Heeresgruppe Mitte) bis nach Wasma vor.

Schwer umkämpft waren im Oktober und den folgenden Wochen die Stellungen der Heeresgruppe Mitte um Kalin (Waldaihöhen), Smolensk und am “Jelnabogen”, sowie denen, um Orel und Wasma.

Mir liegt das Buch “Die Geschichte der 110. ID”  vor. Hieraus konnte ich vieles aus dem Wehrmachtsleben von Weert entnehmen.
Desweiteren danke ich dem User Thomas (@cpa95) aus dem Forum “Forum der Wehrmacht” für die vielen Informationen und der  Überlassung von wertvollem hervorragendem recherchiertem Material, das er mir schon zu Beginn dieser Webseite zur Verfügung stellen konnte und mir so mit den Mut gab, an diesem Werk ständig weiter zu arbeiten. Allein hätte ich diese Seite nie erschaffen können.

 Ich danke allen Besuchern für das Interesse an meiner Webseite.