|  |  |  | | Junge Luxemburger unterlagen ab August 1942 der deutschen Wehrpflicht. Der Luxemburger Diederich Roger erzählt uns seine Erlebnisse. | | | Am 30.8.1942 wurde in Luxemburg vom Gauleiter Gustav Simon die Wehrpflicht für die Jahrgänge 1920 bis 1924, später bis zum Jahrgang 1927, verkündet. Zwei Jahre zuvor, am 10.5.1940, sind die deutschen Truppen in das neutrale, unbewaffnete Luxemburg einmarschiert. Bis zum Kriegsende wurden ca. 6.700 junge Luxemburger in die Wehrmacht oder dem Reichsarbeitsdienst eingezogen. Von diesen jungen Männern sind ca. 3.150 entweder gefallen oder gelten noch heute als vermisst. Zum Reichsarbeitsdienst und Kriegshilfsdiensten mußten in dem gleichen Zeitraum auch ca. 3.600 junge Frauen einrücken, von denen 60 Frauen ihr Leben für "das Reich" nicht nach Hause zurückkehrten. (Mehr in der PDF-Datei (klick oben ...” Junge Luxemburger....” an. Quelle: http://www.gedenken-in-benelux.de/content/index.php?navID=3&tID=3&aID=0 Der Luxemburger Diederich Roger erzählt aus seiner Zeit in der deutschen Wehrmacht und wie er wieder nach Hause kam Bericht von Roger Diederich, Luxemburg übersetzt von Jean-M. S., Luxemburg Unsere Zeit bei der Wehrmacht begannen wir beim RAD (Reichsarbeitsdienst) in der der Abt. 5/32 in Deutschwalde Kreis Hohensalza im Warthegau. Am 14.07.1944 kamen ich mit 200 anderen Luxemburger kamen nach Deutschwalde. Hier wurden wir der Körpergröße nach in 5 Gruppen eingeteilt. Der heute bekannte Schriftsteller A.Heiderscheid und154. ID kamen in die Gruppe 5
Am 3.10.44 wurde das RAD Lager Deutschwalde aufgelöst und alle Luxemburger kamen in den RAD 3/31 nach Gembitz, das Lager liegt bei SCHULZENHEIM, polnischer Name MIECZYLAWOTO Am 15.11.45 kamen alle Luxemburger von Gembitz in die Wehrmacht, einige nach NAUMBURG, die anderen nach ALTENBURG (Thüringen) Einige kamen nach NAUMBURG in die BARBARA- KASERNE wo sie zum Funker ausgebildet wurden, die anderen kamen in die HINDENBURG Kaserne, wo sie an der SFH 15cm (schwere Feldhaubitze) ausgebildet wurden. Die, die nach ALTENBURG versetzt wurden, kamen zur LFH 10.5cm in der AR.Ers.Abt.24 (LFH = Leichte Feldhaubitze 10,5cm) und in die Art.-Reserve Abt.24. Von Altenburg sind am 23.1.1945 die ersten Luxemburger an die russische Front gekommen. Danach kamen alle nach und nach an die Front. Einige von ihnen kamen in Einheiten der 404. und 464. DIV, andere, wie z.B. die Art.-Res.Abt. 24, in die 154. Feld-Ausbildungs-Divison. Von denen kenne ich aber keinen, weil ich ja in Naumburg war. Die ersten Luxemburger aus Naumburg, die am 23.1.45 an die Front mußten, sind nach SÖLZ, polnischer Name BIALA - in der Nähe von OPPELN - in die 9. Batterie vom 98. Artillerie Regiment gekommen. Ich (R. Diederich) kam am 11.3.45 nach GEIBSDORF, welche/s Batl. oder Regiment weiß ich nicht mehr. Meine erste FP-Nummer war die 16280-H, später umgeändert in die 65411-A. Die Belegung der ersten Feldpost-Nummer 16280 lautet: (Mobilmachung-1.1.1940) Stab Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 182, (25.1.1943-31.7.1943) gestrichen, (24.3.1944-6.11.1944) 8.8.1944 Kommando 552. Grenadier-Division u. Feldgendarmerie-Trupp 1552, (24.3.1944-6.11.1944) 28.8.1944 Kommando 6. Grenadier-Division u. Feldgendarmerie-Trupp 6, (7.11.1944-Kriegsende) 21.11.1944 Kommando 6. Volks-Grenadier-Division u. Feldgendarmerie-Trupp 6. Gemäss der Feldpostnummer war meine erste Einheit in unmittelbarer Frontnähe | |
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 |  | | Die schlimmsten zehn Wochen meines Leben. Wir haben am 09.03.1945 die Abstellung zur Front erhalten, sind aber erst am 13.03.45 mit einem speziell zusammengesetzten großen Güterzug Richtung Ostfront gefahren. In der Zwischenzeit hatten wir die nötigen Waffen und Munition erhalten. Da wir eine Artillerie-Abteilung waren, musste vieles mitgehen, 4 Kanonen, etwa 150 Pferde, Munition, Proviant, Wagen mit der Ausrüstung für Funk- und Telefon Material und alles was sonst noch zur Frontausrüstung gehört. Spät in der Nacht ist der Zug Richtung Osten gefahren, über DRESDEN - ARNSTADT - BAUTZEN - REICHENBACH und GÖRLIZ. NIKLAUSTOR war Endstation und wir mussten mitten in der Nacht alles abladen und danach 15 Km bis nach GEIBSDORF marschieren, wo wir Stellung bezogen. Wir lagen in einem Mittelabschnitt der Front, es war ein ruhiger Abschnitt, weil die Russen ihre Angriffe nördlich mehr auf BERLIN, und südlich mehr auf PRAG konzentriert haben. Als Artillerieabteilung lagen wir mit unseren Geschützen und Nachrichtenmaterial einige Kilometer hinter der eigentlichen Front. Unsere Arbeit war, Nachrichten zu ver-/entschlüsseln und weiter zu leiten, Telefonleitungen zu verlegen und, wenn zerschossen, zu reparieren. Ansonsten Wache schieben. Wir machten oft Stellungswechsel, denn es ging immer weiter zurück. Das ging so weiter bis zum 8. Mai, wo man uns mitteilte, dass der Krieg vorbei sei, und jeder sich auf eigene Faust durchschlagen konnte! |
 |  | | Die Lage März 1945 |
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 |  |  |  | | Heim und nach Hause Meine Heimreise hat vom 8. bis den 25. Mai gedauert. Um das alles nieder zu schreiben, was ich da erlebt habe, könnte ich 100 Seiten schreiben. Werde mich aber auf das Wesentliche beschränken. Dienstags den 8. Mai wurde uns gesagt, der Krieg ist aus, wir lösen uns auf. Jeder soll versuchen auf eigene Faust nach Hause zu kommen, mit dem Auftrag, unterwegs die Zivilbevölkerung vor den Russen zu schützen, und Zivil Flüchtlingen den Vortritt zu lassen. Die Gerüchte die damals zirkulierten waren z.B.; unser Generalmarschall SCHÖRNER*1wäre von den Russen zum Kriegsfeind Nr. 1 erklärt worden. Weil der Krieg schon früher beendet gewesen wäre, und unser Regiment noch gekämpft hätte, wären wir keine Soldaten mehr, und würden nicht mehr dem internationalen Kriegsrecht unterstehen, wir wären Banditen und Freibeuter und könnten sofort erschossen werden. Dieses Gerücht hat jedenfalls nicht dazu beigetragen, uns unsere Angst vor der Ungewissheit zu nehmen. | | | |  |
 |  | | Wir Luxemburger haben uns zusammen getan, und uns auf den Weg nach Hause gemacht. Wir haben nur das Notwendigste mitgenommen. Ich hatte nur mein Toilettenzeug, Verbandmaterial, eine Feldflasche mit Wasser, aber nichts zu essen. Wir haben uns die ganze Nacht, mal zu Fuß, mal auf einem Fahrrad, mal auf dem Trittbrett einer Kutsche oder einem Bauernwagen der Zivilbevölkerung, die auch auf der Flucht war, durchgeschlagen. Weit über hunderttausend Soldaten und Zivilisten wollten nach Westen. Es war das reinste Chaos auf vollgestopften Straßen. Die grausamsten Gerüchte über russische Soldaten sind zirkuliert, und niemand wusste, wie es weitergehen sollte und was noch alles auf uns zu kam. Mittwochs, den 9. Mai, sind wir ohne eine Minute geschlafen zu haben, über NEUSTADT nach REICHENAU gekommen. Dort sind wir am späten Nachmittag von den Russen gefangen worden. Wir sind in einer riesigen Kolonne, bewacht von russischen Soldaten Richtung ZITTAU marschiert. Unterwegs gab es nichts zu essen, dafür aber Prügel mit Knüppeln und Peitschen von russischen Soldaten, die ihren Hass nicht meistern konnten. Auf ein Haar hätte es mich dann doch noch erwischt. Ich wurde fast von einem russischen Soldaten erschossen, weil ich als Funker einen roten Blitz auf der Uniform hatten, und der Soldat es als SS-Zeichen gedeutet hat. Hat sich aber aufgeklärt, da ich keine Tätowierung mit der Blutgruppe unterm Arm hatte. Das hätte noch gefehlt, nach dem Krieg als SS-Mann erschossen zu werden! Ich bekam noch einen kräftigen Tritt in den A...... und wurde wieder zu den anderen Gefangenen in die Kolonne gestoßen. Donnerstags den 10. Mai sind wir vor ZITTAU angekommen, und es wurde eine Pause gemacht. Uns wurde gesagt; in ZITTAU wird ein Zug zusammengestellt, der fährt euch dann nach Westen. Wir hörten aber ein Gerücht, dass der Zug nicht nach Westen, sondern nach Russland in die Gefangenschaft fahren sollte. Wir, 3 Luxemburger, 1 Elsässer und ein Saarländer, haben das Gerücht geglaubt, (später stellte sich heraus, dass das Gerücht stimmte.) und haben beschlossen, aus der Kolonne zu flüchten, was uns auch mit viel Glück gelungen ist. Wir sind dann bei Einbruch der Dunkelheit durch Berge und Wälder bis vor PETERSDORF marschiert, wo wir im Wald auch mal wieder schlafen konnten. Von da an sind wir immer durch Wälder, Wiesen und Äcker in Richtung Westen marschiert. Wir haben Straßen und Dörfer gemieden, um nicht nochmals von den Russen geschnappt zu werden. Wir sind über RÖHRSDORF, ZWICKAU, FALKENAU, KAMNITZ, bei TETSCHEN BODENBACH über die ELBE gegangen und weiter über ROSENTHAL und sind Samstags den 12. Mai in MARTHELSBACH angekommen. Da haben wir uns Zivilkleidung besorgt und unsere Uniformen weggeschmissen. Sonntags, den 13. Mai haben wir beschlossen die Straßen wieder zu benutzen, da wir ja wieder Zivilkleidung an hatten, (ich hatte sogar mein rot-weiss-blaues Bändchen am Ärmel, das ich die ganze Zeit wie Gold gehütet hatte) und wir glaubten, die Situation hätte sich gebessert. Unsere Meinung war falsch. Schon am späten Vormittag wurden wir zwischen GOTTLEUBA und GLASHÜTTE ein zweites mal von den Russen geschnappt. Wir kamen in ein Gefangenenlager wo wir eine Gruppe von 28 Franzosen getroffen haben, die sich bei ihrer Fahne gruppiert hatten. Wir drei Luxemburger haben uns als Franzosen ausgegeben und wurden auch gleich akzeptiert. Die Franzosen hatten irgendwas mit den russischen Posten abgemacht, und wir konnten mit 3 Pferdewagen aus dem Lager entkommen. Dass die Franzosen uns aufgenommen hatten, ist dem Umstand zu verdanken, dass ich gut mit Pferden umgehen konnte, (hatte das in einem Lehrgang bei den Deutschen gelernt) und musste auch gleich ein Gespann führen. Wir sind bis nach GROSSRÖHRSDORF gefahren, wo wir auch geschlafen haben. Hier konnte ich mich seit langer Zeit wieder richtig satt essen, dank der Verpflegung die wir von den Franzosen erhalten hatten. Vom 14. bis 16. Mai sind wir über DIPPOLDISWALDE, FALKENAU und CHEMNITZ auf der Autobahn angekommen. Dort hatten sich größere Gruppen verschiedener Nationalitäten versammelt. Die Franzosen wurden mit LKW's der französischen Armee nach Hause gefahren. Am Donnerstag den 17. Mai sind dann die ersten abgefahren. Das erste Konvoi nahm aber nur Kriegsgefangene mit. Meine zwei luxemburgischen Freunde, die älter wahren als ich, durften mitfahren und ich, der zu jung war um als Kriegsgefangener zu gelten, musste bleiben. Es war zum heulen. Der nächste Transport war dann für den 21. vorgesehen. Hoffentlich bin ich bis dahin nicht verhungert, denn wo sollte ich was zum essen besorgen. In der zwischenzeit habe ich wieder einen Luxemburger getroffen, XXXXXX aus Kayl. Montag Abends war es dann soweit. Halb verhungert sind wir dann um 21:30 abgefahren und sind Dienstags den 22. um 03:00 in EISENBACH angekommen. Da wurde ein Konvoi mit Belgiern zusammengestellt. Wir gaben uns als Belgier aus, und wurden auch gleich mitgenommen bis nach BAMBERG. Mittwochs den 23. wurde ein Güterzug zusammengestellt mit rund 1500 Holländer. Und schon wieder haben wir unsere Nationalität gewechselt, nur um fort zu kommen. so schnell als nur möglich aus Deutschland, denn hier ging alles drunter und drüber. Da wir kein holländisch verstanden, war das ein kleines Problem, wir konnten den Chef irgendwie dann doch überreden uns mitzunehmen. Der Zug fuhr dann um 14:00 ab, über SCHWEINFURT, WÜRZBURG und kam am 24. Mai um 15:00 in FRANKFURT an Noch am Abends fuhren wir um 21:00 bei MAINZ über den Rhein und waren Freitags um 18:00 in SAARBRÜCKEN. Samstags, den 26. Mai um 06:00, waren wir in DIEDENHOFEN (Thionville) Frankreich, und Mittags um 15:00 in LUXEMBURG. Ich ging dann gleich ins "Bureau de rapatriement". Dort wurde ich darauf kontrolliert, ob ich während des Krieges nicht zu den Nazis gehörte. Mit einer Tafel Schokolade und einem Päckchen Zigaretten ließ man mich dann laufen. Ich nahm den Zug um 18:00 den Zug und fuhr nach Hause (Moutfort (L), wo ich von meiner Familie und Freunden erwartet wurde. Damit war für mich eine Odyssee von 10 Monaten vorbei.
Roger Diederich Mit der Erlaubnis von R. Diederich |
 | |  |  |  |  |  |  |  |  |  |  |  |  |  |  |  |  |  |  | | *1 Zum Thema "Feldmarschall Schörner an der Ostfront 1945" gib es eine Anekdote. Unter Schörners Führung konnten 1,6 Millionen Flüchtlinge aus Schlesien und dem Sudetenland in eine zweifelhafte Sicherheit vor den anrückenden sowjetischen Verbänden gebracht werden. Gleichzeitig schickte er zahlreiche Soldaten und Volkssturmmänner auf sogenannte Himmelfahrtskommandos. Regelmäßig riss er zurückweichenden Offizieren Orden und Rangabzeichen herunter und verurteilte versprengte Soldaten zum Tode. Im März 1945 wollte Schörner General Hanns von Rohr hinrichten lassen, weil dieser sich weigerte, Soldaten die vor sowjetischen Panzern geflüchtet waren, zu erschießen. Das OKH milderte das Todesurteil zu Degradierung und Bewährungseinsatz. Im Tagebucheintrag von Joseph Goebbels zum 12. März 1945 heißt es: Ich berichte dem Führer dann ausführlich von meinem Besuch in Lauban. Der Führer ist auch der Meinung, dass Schörner einer unserer hervorragendsten Heerführer ist. ... Es sei Schörner gelungen, die Front in seinem Kampfraum im wesentlichen zu stabilisieren. Auf ihn sei es zurückzuführen, dass die Moral der Truppe dort so hervorragend gehoben worden sei. Ich berichte dem Führer von den radikalen Methoden, die Schörner zur Erreichung dieses Zieles anwendet. Deserteure finden bei ihm keine Gnade. Sie werden am nächsten Baum aufgeknüpft, und ihnen wird ein Schild um den Hals gehängt mit der Aufschrift: 'Ich bin ein Deserteur. Ich habe mich geweigert, deutsche Frauen und Kinder zu beschützen. und bin deshalb aufgehängt worden'. Solche Methoden wirken natürlich. Jedenfalls weiss der Soldat im Kampfraum Schörners, dass er vorne sterben kann und hinten sterben muss. Quelle: wikipedia | | | Gefallen für das Reich - junge Luxemburger | | | |  | | | | Über den Button (unten rechts) “ WEITERE EINHEITEN ” kommt man zu den Einheiten: 22. Inf.Div., 177. DIV, 78. Sturm Div, A.R. 120 der 110. ID und den Seiten: Fernsprech-Bau, Kämpfe der 78.SD, Nachrichtenabteilungen, Nachrichten PzAOK1, Kriegsgefangen, das Ende im Osten, das Drama von Stalingrad, der Polenfeldzug, Luxemburger in der Wehrmacht, der 2. WK- Allgemein (Einheiten, Informationen), Vermisste des WK, Wissentschaftl. Infos, Gedenkstätten des 2.WK, der Soldat. | | | | | | | | | | | |  | | |  | | | | | Ich danke allen Besuchern für das Interesse an unseren Seiten. | | | | | |
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