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am 11. 11. 2016

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Der Krieg begann f├╝r meinen Vater mit dem Polenfeldzug

Der Polenfeldzug

01. September 1939

Danzig, 01. September 1939. In dichten Morgennebel geh├╝llt, ragt aus dem Hafenkanal Neufahrwasser die m├Ąchtige Silhouette des Schulschiffes ┬╗Schleswig-Holstein┬ź.
Die Uhr der nahe gelegenen Kirche hat bereits 04.30 Uhr geschlagen, als durch den Wald, der die polnische Enklave Westerplatte umgibt, ein einzelner Pistolenschuss peitscht. Die polnischen Milit├Ąrposten r├╝cken n├Ąher zusammen. Danach herrscht wieder Stille, nur von weit her h├Ârt man Hundegebell.
Pl├Âtzlich, um 04.45 Uhr, zerreisst ein Donner die Luft: Die ┬╗Schleswig-Holstein┬ź er├Âffnet das Feuer. Salve f├╝r Salve ihrer gewaltigen Gesch├╝tze decken in direktem Feuer die Westerplatte. Der Zweite Weltkrieg hat begonnen. Ohne Kriegserkl├Ąrung ├╝berf├Ąllt Hitler Polen.
Hier an der Westerplatte greifen der ┬╗Marinesto├čtrupp Hennigsen┬ź und die in der Freien Stadt gebildete SS-Sturmkompanie ┬╗Danziger Heimwehr┬ź an, unterst├╝tzt durch die Artillerie des Schulschiffes. Es gelingt jedoch der schwachbewaffneten, nur 218 Mann starken polnischen Besatzung, den ersten Ansturm zur├╝ckzuschlagen.
Die Luftwaffe soll mit ihrem allerersten Bombenangriff die strategisch wichtige Weichselbr├╝cke bei Dirschau, die f├╝r den Nachschub nach Ostpreu├čen ben├Âtigt wird, vor einer von polnischen Pionieren geplanten Zerst├Ârung bewahren.
Bereits um 04.26 Uhr startet die 3.Staffel des Stuka-Geschwaders 1 und donnert kaum zehn Meter hoch ├╝ber das noch friedliche Land. Ihr Sonderauftrag lautet: Die Z├╝ndstellen, die sich in einem Schuppen des Dirschauer Bahnhofs befinden, durch Bombenabw├╝rfe zu vernichten. Gleichzeitig rollt ein deutscher Panzerzug bis zur Br├╝cke vor, um sie zu sichern. Der Stuka-Angriff gelingt zwar, doch die Polen schaffen es, die zerrissenen Kabel wieder zu flicken und die Br├╝cke zu sprengen.
Um 04.45 Uhr starten in Oberschlesien vom Flugplatz Nieder-Ellguth nahe Oppeln 21 Junkers Ju 87 B der I.Gruppe des Stuka-Geschwaders 2 ┬╗Immelmann┬ź unter dem ehemaligen Segelflieger Major Oscar Dinort. Eine dieser Maschinen fliegt Oberleutnant Frank Neubert, dem der erste Abschu├č einer polnischen Maschine und damit der erste Luftsieg des Zweiten Weltkriegs gelingt.
Oberleutnant Neubert: ┬╗Wir hatten den Auftrag, den Flugplatz Krakau anzugreifen. Nach Abwurf der Bomben flogen wir wieder in Richtung Reichsgebiet ... Dann entdeckte ich vor mir eine einzeln fliegende Ju 87, die von zwei polnischen J├Ągern angegriffen wurde ... und ich versuchte nun, dem einen polnischen J├Ąger n├Ąher und in Schu├čposition zu kommen ... Als ich zum dritten Angriff ansetzte, ist die Maschine pl├Âtzlich in der Luft explodiert; wie ein gro├čer Feuerball barst das Flugzeug auseinander; die Brocken sind uns buchst├Ąblich um die Ohren geflogen ...┬ź
Die zweite polnische Jagdmaschine, die sich vor den deutschen MG-Garben hat retten k├Ânnen, wird von Unterleutnant Wladyslaw Gnys gesteuert, der einige Minuten sp├Ąter das erste deutsche Flugzeug, einen Stuka der I.Gruppe des Geschwaders 2 ┬╗Immelmann┬ź, abschie├čt.
Vor dem ┬╗gro├čen Er├Âffnungsschlag┬ź der Luftwaffe im Morgengrauen liegt dichter Bodennebel ├╝ber dem polnischen Land. Die Geschwader sollen strategische Angriffe gegen feindliche Luftstreitkr├Ąfte am Boden f├╝hren und danach die Heeresverb├Ąnde durch taktische Eins├Ątze unterst├╝tzen. Erst als die Sonne den Nebel aufl├Âst, k├Ânnen die Kampfflugzeuge starten. Die NS-Propaganda l├Ą├čt verbreiten, dass die Lufwaffe bereits in den ersten Tagen die polnischen Luftstreitkr├Ąfte am Boden vernichtet habe. In Wirklichkeit sind es nur die Einrichtungen der Friedensflugpl├Ątze, zur ├ťberholung dort befindliche Maschinen sowie Reserve- und Schulflugzeuge. Nach polnischen Aussagen wird bei den ersten deutschen Angriffen keine einzige Frontmaschine zerst├Ârt, obwohl die Luftwaffe von Anfang an die uneingeschr├Ąnkte Luftherrschaft besitzt.
Um 06.00 Uhr morgens bombardiert die Luftwaffe den St├╝tzpunkt der polnischen Seefliegerdivision in Putzig. Unter den Toten ist auch Lt. Com. Szystowski, Chef der Seefliegerdivision. Er ist der erste gefallene Marineoffizier des Zweiten Weltkrieges.
Als der Notruf der Westerplatte ┬╗Wir werden angegriffen┬ź das Flottenkommando in Hela erreicht, erhalten die polnischen U-Boote sofort den Befehl, nach Plan ┬╗Worek┬ź (deutsch: Sack) getaucht in die vorgesehenen Einsatzr├Ąume auszulaufen.
Zu dieser Zeit befinden sich zwischen der Liswarta, dem Ort Klobuck und dem Dorf Mokra, etwa 15 Kilometer nordwestlich von Tschenstochau, die polnische Kavalleriebrigade ┬╗Wolynska┬ź (Oberst Filipowicz). Sie soll den Raum nordostw├Ąrts Tschenstochau sichern und den Schutz des s├╝dlichen Fl├╝gels der Armee Lodz (General Juliusz R├│mmel) ├╝bernehmen.
Gegen 07.00 Uhr kommt es in 2000 Meter H├Âhe ├╝ber dem Dorf Nieporet n├Ârdlich Warschau zur ersten und bis zum Sommer 1940 wohl gr├Â├čten, etwa 50 Minuten dauernden Luftschlacht: ├ťber 80 Bomber vom Typ Heinkel He 111 und Dornier Do 17, dazu etwa 20 schwere Begleitj├Ąger Messerschmitt Me 110 k├Ąmpfen gegen 64 polnische J├Ąger, darunter 54 Maschinen P-11 der polnischen J├Ągerbrigade und zehn Flugzeuge der 152.Staffel der Armee Modlin.
Seit den fr├╝hen Morgenstunden stehen die Staffeln der polnischen Bomberbrigade mit ihren modernen Los-Bombern startbereit auf den Feldflugpl├Ątzen. Doch der Oberbefehlshaber der Streitkr├Ąfte, Marschall Edward Rydz-Smigly, z├Âgert - auf Druck der Alliierten -, der ihm unterstellten Brigade den Befehl zu erteilen, Bombenangriffe zu fliegen.
In der Sowjetunion l├Ąuf unterdessen die Mobilisierung von drei Millionen Mann. Die deutschen Kampfgeschwader, die die volle Luftherrschaft besitzen, unterst├╝tzen die Panzer- und Infanterieverb├Ąnde und greifen die operativ sowie taktisch wichtigen Ziele im polnischen Hinterland an.
Um 08.00 Uhr tauchen pl├Âtzlich vor den Stellungen der Kavalleriebrigade ┬╗Wolynska┬ź am Ortsrand von Rebielice nahe Mokra etwa 40 Sch├╝tzenpanzerwagen der deutschen 4.Panzerdivision (Generalleutnant Georg-Hans Reinhardt) auf. Sie werden von der H├Âhe 268 mit einer Pak, einer Panzerb├╝chse und mehreren MG unter Feuer genommen, so da├č sie sich in das Dorf Wilowiecko zur├╝ckziehen m├╝ssen.
Leutnant Berezowski, Kommandeur des polnischen 21.Ulanenregiments, l├Ą├čt die Reiter absitzen, um die Verteidigung vom Mokra zu verst├Ąrken. Da die polnischen Kavalleriebrigaden nicht ├╝ber Flugabwehrwaffen verf├╝gen, sind sie den Angriffen der Stukas schonungslos ausgesetzt.
Unterdessen n├Ąhern sich von Wilkowiecko aus deutsche Sch├╝tzenpanzerwagen den Stellungen des 21.Ulanenregiments. Es entsteht ein heftiger Feuerwechsel. Nachdem im Vorfeld drei Sch├╝tzenpanzerwagen brennend liegengeblieben und der vierte durch die Panzerb├╝chse von der H├Âhe 268 getroffen worden ist, r├╝cken die anderen wieder ab.
Um 10.00 Uhr setzen verst├Ąrktes Artilleriefeuer und erneute Stuka-Angriffe auf die Stellungen der polnischen 3.Schwadron ein, die sich nahe Mokra III und auf der H├Âhe 268 verschanzt hat. Die D├Ârfer Mokra I, II und III brennen bereits lichterloh. Der Kavalleriebrigade ┬╗Wolynska┬ź werden starke Verluste zugef├╝gt, zwei ihrer Feldgesch├╝tze fallen durch Volltreffer aus.
Die deutschen Panzerspitzen haben jetzt Rebielce Krolewskie erreicht und treffen dort auf starken Wiederstand des 19.Ulanenregiments, das sich im Raum Kamien-Szcyzna-Leszczyna befindet. Sie versuchen nun, mit Artillerie und Stuka-Unterst├╝tzung bei Wilkowiecko die Stellungen des 21.Ulanenregiments zu durchbrechen. Zusammen mit der 2.Batterie der bespannten Artillerie gelingt es jedoch den Ulanen, einige Panzerwagen in Brand zu setzen und die Besatzung gefangenzunehmen.
Um 11.00 Uhr rollen deutsche Panzer auf die von der 4.Schwadron des 21.Ulanenregiments verteidigte Waldschneise zu. Gerade in diesem Augenblick trifft der polnische Panzerzug Nr.53 (Hauptmann Malinowski) auf dem 2,5 Kilometer entfernten Bahndamm ├Âstlich des Dorfes Mokra III ein und er├Âffnet aus seinen 10-cm-Haubitzen und 7,5-cm-Feldgesch├╝tzen das Feuer auf die vordringenden Panzer. Durch den ├╝berraschenden Einsatz des polnischen Panzerzuges weichen die Deutschen wieder hinter das Dorf Wilkowiecko zur├╝ck.
Um 14.00 Uhr greifen an der Ostseek├╝ste Stukas der I.Fliegerdivision (Generalmajor Ulrich Grauert) Oxh├Âft, den Kriegshafen von Gdingen an und versenken das kleine Taucherwerkstattschiff ┬╗Nurek┬ź sowie das Torpedoboot ┬╗Mazur┬ź, dessen Besatzung noch die Gesch├╝tze bedient, als die Wellen bereits das Deck ├╝bersp├╝len. Es sind die ersten in diesem Krieg durch Fliegerbomben vernichteten Schiffe.
Die deutschen Luftangriffe auf den Hafen von Hela gelten besonders den beiden gr├Â├čten polnischen Kriegsschiffen, dem Zerst├Ârer ┬╗Wicher┬ź und dem Minenleger ┬╗Gryf┬ź. Die einzigen kampfstarken ├ťberwasserschiffe der polnischen Seestreitkr├Ąfte werden trotz heftigen Abwehrfeuers der Bord- und K├╝stenflak stark besch├Ądigt.
Gegen Mittag st├Â├čt die deutsche 20. mot. Division (Generalleutnant Wiktorin) in Richtung Chojnice vor. Kurz nach 14.00 Uhr entbrennen schwere K├Ąmpfe zwischen den deutschen Vorhuten und dem 18. Ulanenregiment (Oberst Mastalerz) der Kavalleriebrigade ┬╗Pomorska┬ź (Brigadegeneral Grzmot-Skotnicki) entlang der Eisenbahnlinie Chojnice-Naklo. Um der Infanterie den R├╝ckzug zu erm├Âglichen, setzen jetzt die Ulanen zum Gegensto├č an. Sie formieren sich in loser Gliederung in einem Waldst├╝ck nahe Krojanty.
Als am sp├Ąten Nachmittag die 1.Schwadron des 18. Ulanenregiments den Fl├╝gel der deutschen Kolonnen erreicht, erteilt der Regimentschef, Oberst Mastalerz, den Befehl zum Angriff. Gegen 17.00 Uhr gibt Major Malecki der Kavallerie mit erhobenem S├Ąbel das Zeichen zur Attacke, der ersten Reiterattacke des Zweiten Weltkrieges.
Bereits im Wald werden die Kavalleristen von den deutschen Vorhuten mit MG-Feuer belegt. Jetzt galoppieren die Reiter - den schweren Reiters├Ąbel vorgestreckt, an die H├Ąlse der Pferde gepre├čt - so schnell es geht ├╝ber das freie, ungedeckte Gel├Ąnde. Die ersten Verwundeten und Toten st├╝rzen zu Boden. Nachdem sich auch die 2.Schwadron der Attacke angeschlossen hat, rasen insgesamt 250 Mann in einer breiten Reiterwelle ├╝ber das offene Feld. Die ├╝berraschten deutschen Infanteristen versuchen, durch Flucht zu entkommen.
Pl├Âtzlich, in einer Kurve der Chaussee nach Chojnice, rollen, von den Ulanen zuerst nicht bemerkt, ihnen deutsche Panzer und motorisierte Einheiten entgegen. Noch ehe es gelingt, die rasenden Pferde zu wenden, bricht ein Gescho├čhagel los. Die getroffenen Pferde st├╝rzen, andere gehen durch und schleifen die toten und verwundeten Reiter mit. Einzelne Ulanengruppen hetzen in v├Âlliger Aufl├Âsung ├╝ber das Feld, dazwischen galoppieren reiterlose Pferde. Auch der die Attacke f├╝hrende Rittmeister Swiesciak f├Ąllt, und der sofort mit einigen Ulanen zu Hilfe kommende Regimentschef Mastalerz findet ebenfalls den Tod. In wenigen Minuten verliert das Regiment die H├Ąlfte seiner Reiter.
So wird die Legende geboren, polnische Kavallerie gehe mit dem S├Ąbel gegen deutsche Panzer vor. Es gibt jedoch den ganzen Feldzug hindurch keine bewu├čt gerittene Attacke der polnischen Kavallerie gegen Panzer. Werden sie jedoch von Panzern angegriffen, dann ist ihre einzige ├ťberlebenschance, in einem halsbrecherischen Man├Âver auf die Panzer zuzureiten, um so schnell wie m├Âglich an ihnen vorbeizukommen.
Unterdessen gelingt es bei Mokra in den ersten Gefecht mit der deutschen 4.Panzerdivision (Generalleutnant Reinhardt) der gut geschulten Kavalleriebrigade ┬╗Wolynska┬ź, die deutsche Panzerdivision 24 Stunden lang aufzuhalten. Neben der 10. mot. Kavalleriebrigade (Oberst Stanislaw Maczek) stellt das polnische Oberkommando jetzt 15 selbstst├Ąndige Panzerkompanien - verteilt auf 15 Infanteriedivisionen - sowie elf Panzerschwadronen und elf Panzersp├Ąhwagenschwadronen - verteilt auf elf Kavalleriebrigaden - sowie drei Panzerabteilungen und zwei Kompanien leichter Panzer auf. Diese Aufstellung der polnischen Panzereinheiten auf die verschiedenen Infanteriedivisionen und Kavalleriebrigaden macht eine wirksamen Einsatz der polnischen Kampfwagen nun kaum noch m├Âglich.
Die zur Heeresgruppe S├╝d (Generaloberst von Rundstedt) geh├Ârende 10.Armee (General der Artellerie von Reichenau) r├╝ckt mit zwei Panzerdivisionen, zwei motorisieren Infanteriedivisionen, drei leichten und sechs Infanteriedivisionen von Oberschlesien aus in Richtung Warschau vor.
Bei der von Ostpreu├čen und Pommern aus angreifenden Heeresgruppe Nord (Generaloberst von Bock) ist die Massierung der schnellen Truppen noch st├Ąrker: Hier hat man von vier schnellen Gro├čverb├Ąnden allein drei im XIX.Panzerkorps (General der Panzertruppe Heinz Guderian) zusammengefa├čt. Sie sollen nach S├╝den vorgehen, die polnischen Truppen mit einer Zangenbewegung einschlie├čen, ihnen den R├╝ckzug ├╝ber die Wisla abschneiden und sie dann zerschlagen.
Gleich am ersten Kriegstag gelingt es dem XIX.Panzerkorps der 4.Armee (General der Artellerie von Kluge), die polnischen Verteidigungsstellungen am westlichen Weichselufer zu durchbrechen. N├Ârdlich von Bromberg, im s├╝dlichen Teil der Tucheler Heide, wird einer polnischen Kavalleriebrigade sowie zwei Infanteriedivisionen der R├╝ckzug in Richtung Kulm und Graudenz verlegt, nachdem die deutschen Panzerspitzen bis zur Weichsel vorgedrungen sind.
In Danzig findet nur um das polnische Postamt ein nennenswertes Gefecht statt. Die polnischen Postbeamten, die das Geb├Ąude verteidigt haben, werden nach ihrer Gefangennahme erschossen. Sie sind die ersten Opfer des nationalsozialistischen Terrors gegen Polen im Zweiten Weltkrieg.
Noch am Abend des 01. September wird der Anschlu├č Danzigs an das Deutsche Reich verk├╝ndet. In Berlin hat Hitler vor dem Reichstag den Angriff auf Polen bekanntgegeben, aber er vermeidet, von einem Krieg zu sprechen. Zwischen Berlin, Rom, Paris und London entwickelt sich eine fieberhafte diplomatische T├Ątigkeit. In Frankreich und Gro├čbritannien wird mobil gemacht.
Die Botschafter beider Staaten ├╝berreichen in Berlin Ultimaten, in denen der R├╝ckzug der deutschen Truppen bis zum 03. September 12.00 Uhr mittags verlangt wird. Mussolini l├Ą├čt Hitler mitteilen, Italien sei wegen seiner unzureichenden R├╝stung nicht in der Lage, in den Krieg einzugreifen; statt dessen versucht der ┬╗Duce┬ź (ital.: F├╝hrer), eine Konferenz zustande zu bringen, die nach dem Vorbild von M├╝nchen 1938 eine L├Âsung herbeif├╝hren soll.
Die Bedingungen sind f├╝r die franz├Âsische und britische Regierung unannehmbar, und Hitler will den deutschen Vormarsch nicht unterbrechen.
Die Stimmung in der deutschen Bev├Âlkerung l├Ą├čt kaum Kriegsbegeisterung erkennen. Die Zwangsbestimmungen f├╝r die Kriegsbewirtschaftung treten in Kraft, und am folgenden Tag wird das H├Âren ausl├Ąndischer Radiosendungen verboten.

02. September 1939

Am Sonnabend, dem 02. September 1939, gehen bereits in den fr├╝hen Morgenstunden starke deutsche Patrouillen gegen die Westerplatte vor. Das polnische U-Boot ┬╗Rys┬ź wird um 09.35 Uhr zum erstenmal von deutschen Wasserflugzeugen angegriffen. Dabei verliert das Boot ├ľl durch ein Leck im Achterschiff, obwohl die Deutschen keinen direkten Treffer erzielen konnten.
Um 11.50 Uhr beginnen die Gesch├╝tze der ┬╗Schleswig-Holstein┬ź erneut mit der Beschie├čung der Westerplatte, die zugleich von 15-cm-Haubitzen und 8,8-cm-Gesch├╝tzen aus Weichselm├╝nde unter Feuer genommen wird. Auch von Neufahrwassr aus belegen die inzwischen auf Speicherd├Ąchern postierten schweren MG mit ihren Gescho├čgarben den St├╝tzpunkt.
Um 12.38 Uhr wird der deutsche Zerst├Ârer ┬╗Friedrich Ihn┬ź von dem polnischen U-Boot ┬╗Sep┬ź mit Torpedos angegriffen, die jedoch ihr Ziel nicht treffen, obwohl der Zerst├Ârer nur 400 Meter von dem U-Boot entfernt ist und seine Geschwindigkeit kaum sieben Knoten betr├Ągt. Der Zerst├Ârer geht darauf gegen das polnische U-Boot mit Wasserbomben vor und meldet f├Ąlschlicherweise dessen Versenkung, nachdem ein Rettungsring auf der Wasseroberfl├Ąche zu sehen ist.
Im Hafen von hela sind jetzt der polnische Zerst├Ârer ┬╗Wicher┬ź und der Minenleger ┬╗Gryf┬ź das Ziel deutscher Artillerie und Kampfflugzeuge, da die am Vortage man├Âvrierunf├Ąhig geschossenen und deshalb bewegungslos vor Anker liegenden Schiffe an diesem Tag in schwimmende Batterien verwandelt worden sind.
Inzwischen mu├č die Armee ┬╗Pomorze┬ź, nachdem sie fast die H├Ąlfte ihrer Verb├Ąnde verloren hat, den Polnischen Korridor r├Ąumen und sich auf Thorn und Bromberg zur├╝ckziehen. F├╝r die deutschen Truppen ist damit die Verbindung zu Ostpreu├čen hergestellt.
Kaum nenneswerte Feindber├╝hrung gibt es dagegen w├Ąhrend der ersten Kriegstage im Abschnitt der Armee ┬╗Poznan┬ź (General Tadeusz Kutrzeba); und der Armee ┬╗Lodz┬ź (General Rommel) gelingt es, sich zwei Tage lang gegen starke Panzerkr├Ąfte der 8.Armee (General der Infanterie Blaskowitz) sowie gegen die Angriffe des linken Fl├╝gels der 14.Armee (Generaloberst List) zu behaupten.
Die Versuche der polnischen J├Ągerbrigade, am 02. September auf Schu├čweite an die deutschen Bombergeschwader heranzukommen, die trotz Hitlers Behauptung, keinen Luftkrieg gegen Frauen und Kinder zu f├╝hren, immer wieder Warschau angreifen, scheitert.
Ohne Erfolg bleibt auch der erste Einsatz polnischer Kampfflugzeuge der 24.Staffel mit sechs Maschinen vom Typ Karas gegen das deutsche XVI.Panzerkorps (General der Kavallerie Erich Hoepner) n├Ârdlich von Tschenstochau. Weitere 18 Karas-Maschinen (VI.Gruppe) fliegen Angriffe gegen deutsche Panzerkolonnen im Raum Tschenstochau. Als sie aus 1.500 Meter H├Âhe die Kolonne bombardieren und trotz strikten Verbots im Tiefflug deutsche Kampfwagen mit Bordwaffen unter Feuer nehmen, werden f├╝nf Maschinen von der deutschen Bodenabwehr abgeschossen, eine weitere wird das Opfer der polnischen Flak. Die Staffeln der Los-Bomber haben dagegen bisher keine Starterlaubnis.
Das Heulen der Stukas w├Ąhrend des Angriffs tr├Ągt neben dem Bombardement von Friedensflugpl├Ątzen und Verkehrsknotenpunkten dazu bei, Angst und Schrecken zu verbreiten. In der chaotischen Stimmung gelingt die Mobilmachung nur teilweise, und die gesamte Verteidigung droht zusammenzubrechen.
Vom ersten Tag an wendet man die Taktik des Blitzkrieges an. Werden die auf den Landstra├čen vorsto├čenden Panzerkolonnen befeuert oder aufgehalten, so setzen sie ihren Vormarsch querfeldein fort.
Am 02. September 1939 wird die Lage der Armee ┬╗Krakow┬ź (General Szylling) derart kritisch, dass sie den R├╝ckzug entlang der Weichsel hinter Nida und den Dunajec antreten mu├č; da ebenso die anderen polnischen Armeen zur├╝ckweichen, sto├čen die deutschen Verb├Ąnde rasch vor, und es bildet sich in der polnischen Verteidigung eine gef├Ąhrliche L├╝cke, die von Tschenstochau ├╝ber Pietrkow, Kielce bis Sandomierz reicht und den mittleren Abschnitt gef├Ąhrdet. F├╝r eine bewegliche Verteidigung mangelt es der polnischen Panzerabwehr an Gesch├╝tzen und den erforderlichen Zugmitteln. Wiederum greifen die deutschen Panzer, um unn├Âtige Verluste zu vermeiden, trotz zahlenm├Ą├čiger ├ťberlegenheit die polnischen Feldbefestigungen nur in den Flanken an oder versuchen, sie zu umgehen. Gelingt dies den Panzern nicht, so mu├č die nachkommende Infanterie mit Artillerieunterst├╝tzung gegen den Feind vorgehen, ehe die Panzerspitzen ihren Vormarsch weiter fortsetzen.

Bei der Heeresgruppe S├╝d bildet sich einer der Schwerpunkte deutscher Panzeroperationen: Sie hat den k├╝rzesten Weg nach Warschau. Der polnische Oberbefehlshaber, Marschall Edward Rydz-Smigly, verkennt - trotz der ernsten Lage - das Ausma├č der Bedrohung seiner Armeen durch die deutschen Panzerverb├Ąnde. Er h├Ąlt einen R├╝ckzug der eigenen Kr├Ąfte auf die eigentliche Verteidigungslinie entlang der gro├čen Fl├╝sse sowie deren Sicherung f├╝r m├Âglich. Erst am fr├╝hen Abend erh├Ąlt die Armee ┬╗Lodz┬ź den Befehl, ihre Kr├Ąfte auf die Verteidigungsstellungen an der Warthe und Widawka zur├╝ckzunehemen, nachdem die vorsto├čenden deutschen Panzerverb├Ąnde ihre linke Flanke umgehen. W├Ąhrend deises R├╝ckzuges unter dem starken Druck motorisierter deutscher Verb├Ąnde wird diese polnische Armee gleichzeitig auch von S├╝den her bedroht: In die L├╝cke zwischen den Armeen ┬╗Lodz┬ź und ┬╗Krakow┬ź dr├Ąngen das XV.Panzerkorps (General der Infanterie Hermann Hoth) sowie das XVI.Panzerkorps (General der Kavallerie Hoepner) der 10.Armee und vernichten im Raum Tschenstochau die zur Armee ┬╗Krakow┬ź geh├Ârende 7.Infanteriedivision (Brigadegeneral Gasiorowski).
Jetzt wird die Armee ┬╗Krakow┬ź, die die polnische Industriezentren sch├╝tzen soll, durch Umfassung aus dem Norden gef├Ąhrdet, weil die 10.Armee der Weg in Richtung Pietrkow und Kielce offensteht. Au├čerdem ist die linke Flanke der Armee ┬╗Krakow┬ź in den Beskiden den ├╝berraschenden Angriffen der aus der Slowakei vorsto├čenden starken Kr├Ąft des XVII.Armeekorps (General der Infanterie Kienitz) und des XXII.Armeekorps (General der Kavallerie Ewald von Kleist) ausgesetzt.
Nach zweit├Ągigen Kampf wird ├Âstlich von Graudenz an der Ursa und am Melnosee der rechte Fl├╝gel der Armee ┬╗Pomorze┬ź (Gruppe Ost unter Brigadegeneral Boltuc) geschlagen und nach S├╝den abgedr├Ąngt.

03. September 1939

Am Sonntagmorgen, dem 03. September 1939, gelingt es auf Hela der 15-cm-K├╝stenbatterie ┬╗H.Laskowski┬ź und den beiden im Hafen liegenden Schiffen ┬╗Wicher┬ź und ┬╗Gryf┬ź auf 12 Seemeilen Entfernung, einen herannahenden deutschen Zerst├Ârerverband abzuwehren. Als die K├╝stenbatterie einen Zerst├Ârer (┬╗Leberecht Maa├č┬ź) man├Âvrierunf├Ąhig schie├čt, nebelt sich der Verband ein und zieht sich zur├╝ck.
Um 10.00 Uhr meldet der Befehlshaber der Fliegertruppe an Marschall Edward Rydz-Smigly einen erfolgreichen Bombenangriff auf deutsche motorisierte Kolonnen bei Radomsko: Die feindlichen Verluste werden auf 30 Prozent gesch├Ątzt. Es stimmt zwar, dass polnische Flugzeuge die deutsche 1.Panzerdivision (Generalleutnant Rudolf Schmidt) und die 4.Panzerdivision (Generalleutnant Reinhardt) angegriffen haben, denn beide Panzerdivisionen rufen nach Luftunterst├╝tzung, doch der Bericht entspricht sonst nicht der Wahrheit: denn 18 Karas-Maschinen w├Ąren nicht imstande, derartige Verluste zu verursachen. Bei ihren Angriffen auf deutsche motorisierte Kolonnen hat die Bomberbrigade von ihren 45 Karas bereits 15 Maschinen verloren, die meisten bei Tiefangriffen durch Flakbeschu├č.
An diesem Tag erkl├Ąrt unter dem Druck zahlreicher Unterhausabgeordneter Premierminister Neville Chamberlain um 11.00 Uhr vormittags, Gro├čbritannien befinde sich jetzt im Kriegszustand mit Deutschland. Die Staaten des Commonwealth schlie├čen sich dieser Erkl├Ąrung an. Um 17.00 Uhr gibt in Paris Ministerpr├Ąsident Edouard Daladier den Beginn des Krieges mit dem Deutschen Reich bekannt, obwohl das franz├Âsische Oberkommando die Kampfbereitschaft der Armee anzweifelt. Beide Staaten sind aber gegen├╝ber Polen im Wort.
Etwa 15.00 Uhr sinken im Hafen von Hela nach einem Luftangriff der polnische Minenleger ┬╗Gryf┬ź und der von vier Bomben getroffene Zerst├Ârer ┬╗Wicher┬ź. Damit sind die beiden st├Ąrksten Schiffe der polnischen Kriegsflotte ausgeschaltet. Drei aus dem Wrack der ┬╗Gryf┬ź geborgene 12-cm-Kanonen werden zur Bodenverteidigung auf der Halbinsel eingesetzt.
Um 16.00 Uhr geht auch das Kanonenboot ┬╗General Haller┬ź verloren. Nunmehr kann die deutsche Kriegsmarine kaum noch daran gehindert werden, die Danziger Bucht von Minen zu r├Ąumen. Inzwischen beginnt der taktische Einsatz der deutschen Luftwaffe im engen Zusammenwirken mit dem Heer. Die starke Bombardierung von Wiederstandsnestern, Artilleriestellungen und Truppenansammlungen kennzeichnen die Unterst├╝tzung des Erdkampfes.
An diesem Abend ist n├Ârdlich von Warschau die Armee ┬╗Modlin┬ź (General Przedrzymirski) noch in der Lage, die Befestigung bei Mlawa mit Erfolg gegen das deutsche I.Armeekorps (Generalleutnant Walter Petzel) zu verteidigen. Als ihr jedoch die Einkesslung droht, mu├č sie sich in der Nacht zur├╝ckziehen.
Um 22.45 Uhr erkl├Ąrt der polnische Regierungssprecher in Warschau vor ausl├Ąndischen Korrespondenten: ┬╗Polnische Kavallerieverb├Ąnde haben sich durch die gepanzerten deutschen Einheiten durchgeschlagen und befinden sich in Ostpreu├čen auf deutschem Boden.┬ź Diese Nachricht macht in England und Frankreich Schlagzeilen. Selbst der deutschen Wehrmachtsbericht erw├Ąhnt kurz vor Mitternacht diesen Angriff, betont jedoch auch, dass man sie n├Ârdlich Treuburg eingedrungene polnische Kavallerie bereits wieder zur├╝ckgeschlagen habe.
Der deutsche ├ťberfall auf Polen hat die Angst vor Zusammenarbeit der deutschen Minderheit mit deutschem Milit├Ąr ausgel├Âst, und die Erbitterung spitzt sich zu. Sowohl die verhafteten F├╝hrer und Mitglieder der deutschen Minderheit, die sich auf dem Marsch zu einem Internierungslager im Landesinneren befinden, wie die Deutschen in Pomerellen und den St├Ądten Bromberg und Thorn sind Ausschreitungen ausgesetzt, bei denen insgesamt 4.000 Menschen ums Leben kommen. Hitler l├Ą├čt sp├Ąter diese Zahl auf ├╝ber 50.000 erh├Âhen und ordnet zur Vergeltung die Hinrichtung zahlreicher Polen an, die zum gr├Â├čten Teil mit dem ┬╗Bromberger Blutsonntag┬ź (03. September) gar nichts zu tun haben.
Die ├Âffentliche Exikutionen und die sofortige Verfolgung von Juden werden zum Kennzeichen deutscher Besatzungsherrschaft. Die deutsche Propaganda versucht, nachtr├Ąglich den Eindruck zu erwecken, dass die T├Âtung der Deutschen schon vor dem ├ťberfall auf Polen stattgefunden und diesen mit ausgel├Âst habe.

04. September 1939

Am Montag, dem 04. September 1939, kann die kleine Besatzung der Westerplatte noch immer die deutschen Angriffe abweisen, obwihl seit der Morgend├Ąmmerung die deutschen Truppen mit Unterst├╝tzung der ┬╗Schleswig-Holstein┬ź und einer aus Ostpreu├čen herangezogenen 21-cm-Haubitzenbatterie versuchen, den Widerstand zu brechen.
In den Morgenstunden bekommen die modernen polnischen Los-Bomber endlich Starterlaubnis: Insgesamt 27 Maschinen der X. und XV. Gruppe fliegen im Raum Radomsko Angriffe gegen das deutsche XVI: Panzerkorps. In Minutenabst├Ąnden bombardieren mehrere Ketten von jeweils drei Maschinen motorisierte Kolonnen.
Die am Mittellauf der Weichsel versammelten polnischen Verb├Ąnde werden zur Armee ┬╗Lublin┬ź unter General Piskor zusammengefa├čt. Die Heeresgruppe S├╝d (Generaloberst Rundstedt) setzt nun die 14.Armee (Generaloberst List) in Richtung San ein, um den polnischen R├╝ckzug hinter die Weichsel zu vereiteln. Gleichzeitig erh├Ąlt die 10.Armee (General der Artillerie von Reichenau) Anweisung, mit ihrem rechten Fl├╝gel den polnischen Streitkr├Ąften den R├╝ckzugsweg aus dem Raum Kielce/Radom abzuschneiden, w├Ąhrend ihr linker Fl├╝gel nach Zerschlagung der polnischen Verb├Ąnde im Raum Pietrkow/Tomaszow Maz in Richtung Warschau vorsto├čen will, um das Absetzen der im Raum Lodz/Posen versammelten polnischen Einheiten zu unterbinden.
An diesem 04. September 1939 verursachen st├Ąndige deutsche Luftangriffe ein v├Âlliges Durcheinander bei der auf dem R├╝ckzug befindlichen Armee ┬╗Modlin┬ź des Generals Przedrzymirski.
Nicht zuletzt dadurch verliert Warschau seinen Schutz gegen die zu erwartenden Angriffe aus dem Norden. Inzwischen bildet die deutsche 3.Armee auf dem linken Weichselufer einen Br├╝ckenkopf, nachdem sie aus dem Raum Ciechanow s├╝dostw├Ąrts bis zum Narew vorger├╝ckt ist. Die Armee ┬╗Pomorze┬ź (Generalmajor Wladyslaw Bortnowski) kann zwar ohne Feindber├╝hrung die Hauptverteidigungslinie erreichen, doch droht ihr nun Gefahr aus dem S├╝den.
Am Nachmittag wiederholen die Los-Bomber ihre Angriffe auf deutsche Kolonnen, diesmal bei Wielun und Kamiensk. Kurz vor der Abendd├Ąmmerung starten auch die Karas der VI. Gruppe, um motorisierte Verb├Ąnde zwischen Ciechanow und Pultusk anzugreifen. Diese f├╝nf Bombenangriffe, bei denen neun Los-Bomber und zwei Karas verlorengehen, bilden den H├Âhepunkt des Einsatzes der polnischen Bomberbrigaden w├Ąhrend des ganzen Feldzges.
An diesem Tag wird die polnische J├Ągerbrigade unerwartet auf neue Feldflugpl├Ątze verlegt und hat kaum Zeit, dei 25 noch einsatzf├Ąhigen Maschinen richtig zu tarnen. So gelingt es der Luftwaffe zum erstenmal, polnische Frontmaschinen am Boden zu zerst├Âren: drei J├Ąger P-11 von der Armee ┬╗Lodz┬ź bei Widzew und zwei Los der Bomberbrigade bei Kuciny.

05. September 1939

Am 05. September fliegt die polnische Bomberbrigade (XV-Gruppe) mit sechs Los-Maschinen ihren letzten Angriff. Er richtet sich gegen das deutsche XVI. Panzerkorps (General der Kavallerie Hoepner), das jetzt nach Vernichtung der polnischen Verteidigung bei Petrikau fast ohne Wiederstand in Richtung Warschau vorsto├čen kann. Wegen der zunehmenden Verluste der veralteten polnischen Aufkl├Ąrungsmaschinen werden die restlichen Bomber und J├Ąger nur noch f├╝r Erkundungsfl├╝ge eingesetzt.

06. September 1939

Am Mittwoch, dem 06. September 1939, sto├čen das XVI. Panzerkorps und das XV. Panzerkorps ├╝ber Tomaszow und Kielce in Richtung Warschau vor, nachdem sie die polnische Armee ┬╗Prusy┬ź geschlagen haben. Da gleichzeitig das XXII. Armeekorps (General der Kavallerie von Kleist) bis Tarnow vordringen kann, ist nunmehr die polnische Verteidigungslinie zwischen Tschenstochau und der polnischen Hauptstadt ├╝berwunden und damit der Weg nach Warschau offen.
Die polnische Oberste F├╝hrung verlegt ihr Hauptquartier nach Brest-Litowsk und l├Ą├čt in diesem Raum ihre stark dezimierten Luftstreitkr├Ąfte zusammenziehen. Die Verluste betragen bis jetzt 60 Prozent der eigentlichen Kampfst├Ąrke.
An diesem Morgen werden die deutschen Panzereinheiten bei Makow Mazowiecki von zwei Ketten zu je drei Los-Bombern angegriffen. Aufsteigenden deutschen J├Ągern gelingt es, drei der Maschinen abzuschie├čen. Auf der Westerplatte spielt sich an diesem Tag au├čer dem St├Ârfeuer des Schulschiffes ┬╗Schleswig-Holstein┬ź und deutscher 15-cm- sowie 8,8-cm-Batterien nichts Entscheidendes ab.
In der Nacht vom 6./7. September 1939 bezieht die polnische Jagdfliegerbrigade die Feldflugpl├Ątze im Raum Lublin. Nachdem die sch├╝tzenden J├Ąger und auch die Flak von Warschau nach Osten abgezogen sind, gibt es f├╝r die polnische Hauptstadt keinen wirksamen Schutz mehr vor deutschen Luftangriffen. Gegen Mitternacht verl├Ą├čt Marschall Rydz-Smigly Warschau und begibt sich in sein Hauptquartier nach Brest-Litowsk.
Zu gleicher Zeit erh├Ąlt die Heeresgruppe Nord (Generaloberst von Bock) Anweisung vom Oberkommando des Heeres (OKH), mit der 3. Armee (General der Artillerie von K├╝chler) ├╝ber den Narew in Richtung Siedlce/Warschau vorzusto├čen, w├Ąhrend die 4. Armee (General der Artillerie von Kluge) entlang der Weichsel vorr├╝cken soll. Um die polnischen Truppen daran zu hindern, an der Weichsellinie Stellung zu beziehen, bekommt die Heeresgruppe S├╝d (Generaloberst von Rundstedt) den Auftrag, die Armee ┬╗Lodz┬ź einzukreisen. Das erleichtert den Angriff der 14. Armee (Generaloberst List) von S├╝den her auf Lublin. Die endg├╝ltige Einkesselung der polnischen Armeen ostw├Ąrts der Weichsel wird damit eingeleitet.

07. September 1939

Am Donnerstag, dem 07. September 1939, um 04.15 Uhr, steht die Westerplatte wieder unter starkem deutschem Artilleriefeuer. Daran beteiligen sich neben der ┬╗Schleswig-Holstein┬ź die an der Weichselm├╝ndung in Stellung gebrachte Feldartillerie sowie die direkt bis zur Westerplatte vorgezogenen schweren M├Ârser und zahlreiche MG. Noch einmal gelingt es den polnischen Verteidigern, einen deutschen Infanterieangriff zur├╝ckzuweisen. Doch damit erlsicht ihre letzte Widerstandskraft. Um 10.15 Uhr geht der einw├Âchige Kampf zu Ende, die Besatzung der Westerplatte kapituliert.
Bereits am Vormittag werden von der deutschen Luftaufkl├Ąrung starke feindliche Kr├Ąfte vor dem rechten Fl├╝gel der 10. Armee (General der Artillerie von Reichenau) festgestellt. Hier konzentrieren sich jetzt polnische Verb├Ąnde s├╝dlich der Stadt Radom und n├Ârdlich der Bergz├╝ge Lysa Gora mit Schwerpunkt in den ausgedehnten W├Ąldern bei Ilza.
Zu gleicher Stunde l├Ąuft das polnische U-Boot ┬╗Zbik┬ź, nachdem es seine mitgef├╝hrten 20 Minen ausgelegt hat, in den neuen Einsatzraum. Es wird von dem deutschen U-Boot U 22 (Kapit├Ąnleutnant Werner Winter) gesichtet. U 22 kann sich dem polnischen U-Boot bis auf 200 Meter n├Ąhern und einen Torpedo abfeuern, der - laut Meldung - ┬╗das U-Boot direkt hinter dem Turm traf und vernichtete┬ź. Tats├Ąchlich handelt es sich um eine Fehldetonation der Magnetz├╝ndbefehlpistole des Torpedos. Diese Tatsache wird den deutschen U-Boot-Kommandanten im Verlauf des Krieges noch viel zu schaffen machen.

08. September 1939

Am Freitag, dem 08. September 1939, stehen bei Sonnenaufgang die deutschen Panzerspitzen am Mittellauf der Weichsel und dringen in die s├╝dwestlichen Warschauer Vorst├Ądte ein. Damit versperren sie die R├╝ckzugswege der polnischen Armeen ┬╗Pomorze┬ź, ┬╗Poznan┬ź und ┬╗Lodz┬ź sowie der Nord- und S├╝dgruppen der Armeen ┬╗Prusy┬ź und ┬╗Krakow┬ź. Bei Radom wird die S├╝dgruppe der Armee ┬╗Prusy┬ź von der bis zur Weichsel vorgedrungenen 10.Armee eingekesselt. Inzwischen haben Vorausabteilungen der 4.Panzerdivision (Generalleutnant Reinhardt) den Stadtrand von Warschau erreicht und den Flugplatz Okecie besetzt.
An diesem Tag f├╝hrt der polnische Botschafter in Moskau ein Gespr├Ąch mit Molotow ├╝ber die angebotenen Waffenlieferungen f├╝r Polen. Sie werden jedoch abgelehnt, da sich die Lage inzwischen grundlegend ver├Ąndert habe und eine Hilfeleistung nicht mehr m├Âglich sei.
Erstaunlicherweise ist der deutschen Aufkl├Ąrung entgangen, dass sich derzeitig die st├Ąrkste Konzentration polnischer Kr├Ąfte im R├╝cken der Heeresgruppe Nord befindet. Die angeschlagene Armee ┬╗Pomorze┬ź (General Bortnowski) hat Verbindung mit der Armee ┬╗Poznan┬ź (General Kutrzeba) aufgenommen. Unbemerkt durch die Luftwaffe, haben sich die beiden Armeen aus dem westlichen Teil Polens in n├Ąchtlichen Gewaltm├Ąrschen zur├╝ckgeschlagen.
Der Vorsto├č der deutschen 10.Armee (General der Artellerie von Reichenau) bewirkt die Spaltung der Armee ┬╗Lodz┬ź. So mu├č sich die eine H├Ąlfte ├Âstlich nach Radom und die andere in nordwestlicher Richtung zur├╝ckziehen. Zwei deutsche Panzerdivisionen k├Ânnen jetzt durch diese L├╝cke nach Warschau vorr├╝cken.
Die deutsche 4.Armee (General der Artellerie von Kluge) ├╝berquert inzwischen die Weichsel und geht am Flu├č entlang in Richtung Warschau vor. Allein die weiter n├Ârdlich stehende polnische Armeegruppe kann die 3.Armee (General der Artellerie von K├╝chler) aufhalten. Doch auch sie wird nach kurzer Zeit an den Flu├č Narew zur├╝ckgedr├Ąngt. Es ist die einzige Stelle, die noch eine starke Verteidigungslinie besitzt.
Neben der noch v├Âllig intakten Armee ┬╗Poznan┬ź (General Kutrzeba) ist zur Zeit die Armee ┬╗Pomorze┬ź (General Bortnowski) nach ├ťberwindung ihrer Niederlagen in Pomerellen der gr├Â├čte noch im Kampfeinsatz befindliche polnische Verband. Deiden Armeen befinden sich im R├╝ckzug auf die untere Bzura. Von hier aus will General Kutrzeba offensiv gegen jene Feindkr├Ąfte vorgehen, die ihnen den Weg nach Warschau versperrt haben. Da das OKH davon ├╝berzeugt ist, dass westlich der Weichsel keine gr├Â├čeren polnischen Verb├Ąnde mehr vorhanden sind, ergeht f├╝r den 09. September 1939 an die Heeresgruppen der Befehl zur Fortsetzung der Einkesselungsoperation im Raum Lublin.
Nun vereinigen sich die Divisionen der Armeen ┬╗Lodz┬ź und ┬╗Pomorze┬ź mit der Armee ┬╗Poznan┬ź, die der deutsche Angriff zur├╝ckgeworfen hat. Durch ihre S├╝dflanke, die 12 Divisionen z├Ąhlt, rollt die deutsche 10.Armee gegen Warschau unter dem Schutz der nicht ganz so starken 8.Armee (General der Infanterie Blaskowitz). General Kutrzeba, der Befehlshaber des polnischen Verbandes, der bereits eingekreist ist, unternimmt den Versuch, die Flanke des deutschen Hauptsto├čes zu durchbrechen.
Auf der in Paris am 08. September 1939 sattfindenden Sitzung bem├╝ht sich der franz├Âsische Ministerpr├Ąsident Edouard Daladier, die Verpflichtung der Luftunterst├╝tzung f├╝r Polen auf die Engl├Ąnder abzuw├Ąlzen. Die Vertreter der Royal Air Force widersetzen sich dem kategorisch. Gemeinsam wird festgestellt, dass eine aktive Luftunterst├╝tzung durch franz├Âsisch-britische Kr├Ąfte ein gro├čes Risiko darstellt.
In der Nacht vom 08./09. September 1939 erh├Ąlt General Kutrzeba einen Funkspruch von Marschall Rydz-Smigly mit dem Codewort: ┬╗Die Sonne geht auf!┬ź. Damit beginnt die Operation, die als ┬╗Schlacht an der Bzura┬ź in die Geschichte des Zweiten Weltkriegs eingeht. Es ist ├╝brigens die letzte Verbindung zwischen General Kutrzeba und dem Oberbefehlshaber, die danach v├Âllig abbricht.
Der von general Kutrzeba gef├╝hrte polnische Gegenangriff versetzt die deutsche 8.Armee in eine kritische Lage, unterbricht den Vormarsch eines Teils der 10.Armee auf Warschau und unterbindet das Vorgehen eines Korps der 4.Armee. Der neun Tage andauernde Kampf zu beiden Seiten des Flusses Bruza tobt westlich von Warschau in der Gegend von Mazowsze. Acht Infanteriedivisionen und die beiden Kavalleriebrigaden ┬╗Wielkopolska┬ź und ┬╗Podolska┬ź stehen jetzt den Deutschen gegen├╝ber.

09. September 1939

Am Sonnabend, dem 09. September 1939, befiehlt das OKH der deutschen 8.Armee (General der Infanterie Blaskowitz) beschleunigt weiter in Richtung Warschau vorzur├╝cken, um den von der 4.Armee (Geberal der Artellerie von Kluge) bedr├Ąngten polnischen Armeen ┬╗Pomorze┬ź und ┬╗Poznan┬ź den weiteren R├╝ckzug zu versperren. Erst durch dauernde Stuka- und Schlachtfliegereins├Ątze k├Ânnen die fortw├Ąhrenden polnischen Angriffe zur├╝ckgewiesen werden. Jetzt gelingt es den deutschen Kr├Ąften, die beiden polnischen Armeen beiderseits der Bzura einzukesseln, nachdem das XVI. Panzerkorps (General der Kavallerie Hoepner), dessen linker Fl├╝gel vor Warschau auf ├╝berraschend harten gegnerischen Widerstand gesto├čen ist und zur├╝ckgenommen werden mu├č, eine Schwenkung vollzogen hat. Der Ring schlie├čt sich, als gleichzeitig die 4.Armee die Weichsel westlich von Modlin erreicht und die 8.Armee ihren Vormarsch nordostw├Ąrts Lodz wieder aufnehmen kann.
Schon am Abend geraten Teile der deutschen 8.Armee (General der Infanterie Blaskowitz) in eine bedrohliche Situation, nachdem die Armee ┬╗Poznan┬ź von der unteren Bzura in Richtung Sroda vorgedrungen und dabei auf den weit auseinandergezogenen linken Fl├╝gel der 8.Armee gesto├čen ist. Die dort stehenden deutschen Verb├Ąnde - insbesondere die 30.Infanteriedivision (Generalmajor Kurt von Briesen) - werden von den Truppen General Kutrzebas abgewiesen. Die Schlacht an der Bzura, von den Deutschen ┬╗Schlacht bei Kutno┬ź genannt, ist die gr├Â├čte Schlacht des ganzen Polenfeldzuges.
Inzwischen wird in S├╝dpolen die Armee ┬╗Karpaty┬ź (General Fabrycy) in Richtung Przemysl abgedr├Ąngt, als sie die Dunajeclinie nicht mehr halten kann. Immer noch stehen an diesem Tag erhebliche Teile polnischer Truppen westlich der Weichsel. Sie verf├╝gen zwar kaum mehr ├╝ber schwere Waffen, sind von jedem Nachschub angeschnitten und dadurch erheblich geschw├Ącht - zum Obersten Befehlshaber besteht fast keine Verbindung -, trotzdem versuchen sie, der Hauptstadt zu Hilfe zu eilen, der es bis jetzt immer wieder gelungen ist, das Eindringen der deutschen Panzerverb├Ąnde zu verhindern.
In den Warschauer Vororten verliert die deutsche 4.Panzerdivision (Generalleutnant Reinhardt) durch erbitterten polnischen Widerstand 57 von 120 Panzern innerhalb von drei Stunden.
Marschall Edward Rydz-Smigly will jetzt von Brest-Litowsk aus alle noch verbliebenen Kr├Ąfte in S├╝dostpolen zusammenziehen, um dann auf der wesentlich verk├╝rzten Front Widerstand zu leisten.

10. September 1939

Am Sonntag, dem 10. Septmeber 1939, kommt es bei Zambrowo zur Einkesselung der Operationsgruppe ┬╗Narew┬ź (General Mlot-Fijalkowski) durch die deutsche Heeresgruppe Nord (Generaloberst von Bock), deren linker Fl├╝gel vom Mittellauf des Narew aus nach S├╝den und S├╝dosten vordringt. Die K├Ąmpfe im Weichselbogen erreichen jetzt ihren H├Âhepunkt bei Radom.
Ebenfalls am 10. September 1939 geht die 14. Armee (Generaloberst List) beiderseits Przemysl ├╝ber den San. Gleichzeitig durchst├Â├čt das XIX. Panzerkorps (General der Panzertruppe Guderian) die ┬╗Narew-Gruppe┬ź und zerschl├Ągt die polnische 18. Infanteriedivision (Brigadegeneral Podhorski) bei Lomza.
Die deutsche 8. Armee mu├č sich jetzt ganz auf die Lage an der Bzura konzentrieren, wo sie gro├če M├╝he hat, ihre weit auseinandergezogene Hauptkampflinie (HKL) zu halten. Dies erm├Âglicht der Armee ┬╗Lodz┬ź (General R├│mmel), sich bis zur Weichsel in den Raum westlich Warschau durchzuk├Ąmpfen.
An diesem Tag erobert die Armee ┬╗Poznan┬ź die Stadt Piatek zur├╝ck. Dieser Angriff kommt f├╝r die Deutschen v├Âllig ├╝berraschend, da sie die Armee ┬╗Poznan┬ź seit Tagen aus den Augen verloren haben. Die Kavalleriebrigade ┬╗Wielkopolska┬ź st├Â├čt im Raum Sobota/Glowno vor.
Am Abend des 10. September 1939 unternimmt die Kavalleriegruppe von General Grzmot-Skotnicki einen Reiterstreifzug in Richtung Lodz. Die frontale Attacke von zwei Schwadronen des 6. Ulanenregiments auf Uniejow bricht jedoch im schweren MG-Feuer zusammen.

11. September 1939

Erst in den fr├╝hen Morgenstunden des 11. September 1939 kann das Ulanenregiment mit Unterst├╝tzung einer Batterie das St├Ądtchen Uniejow befreien. Jetzt nachdem die Polen auch noch die Br├╝cke ├╝ber die Warthe unter Kontrolle haben, r├╝cken die Deutschen unter Zur├╝cklassung der Toten, Verwundeten und zahlreicher Lkw ab. Nach kurzem Gefecht besetzt das 14. Ulanenregiment Wartkowice. Hier f├Ąllt ihm ein gro├čes Nachschubdepot in die H├Ąnde, das wenigstens f├╝r einige Zeit die katastrophale Verpflegungslage der Kavalleriebrigade ┬╗Podolska┬ź aufbessert.
Unterdessen gelingt es General Kutrzeba mit seinem Kavalleristen und nur mit wenigen Panzern, tiefe Einbr├╝che in die deutschen Stellungen zu erzielen. Davon betroffen ist besonders die 30. Infanteriedivision (Generalmajor von Briesen).
Diese ernste Lage veranla├čt den Oberbefehlshaber der Heeresgruppe S├╝d, Generaloberst von Rundstedt, erstmals in diesem Feldzug starke Fliegerkr├Ąfte gegen den Raum von Kutno anzufordern. Daraufhin werden mehrere Kampfgeschwader, die in den vorangegangenen Tagen Angriffe gegen Warschau sowie Industrie- und Eisenbahnziele ├Âstlich der Weichsel geflogen sind, sofort an der Bzura eingesetzt.
In diesen Stunden beginnt bei Radom der Zusammenbruch polnischer Streitkr├Ąfte: Die Armee ┬╗Prusy┬ź (General Dab-Biernacki) wird vom XV. Panzerkorps (General der Infanterie Hoth), dem XVI. Panzerkorps (General der Kavallerie Hoepner) und dem IV. Armeekorps (General der Infanterie Viktor von Schwedler) eingeschlossen und zur Kapitulation gezwungen. 60.000 polnische Soldaten strecken die Waffen. Nach am selben Tag werden die Verbindungen zwischen Warschau und Ostpolen durch das Vorr├╝cken des I. Armmekorps (Generalleutnant Petzel) unterbrochen.
An der Bzura dagegen sind die Verb├Ąnde der 8. Armee (General der Infanterie Blaskowitz) den beiden polnischen Armeen ausgesetzt. Gerneral Blaskowitz meldet an das Oberkommando der Wehrmacht, dass durch den unerwarteten Vorsto├č ┬╗erheblicher feindlicher Kr├Ąfte┬ź aus dem Norden eine Krise zu entstehen droht. Das Gros der 10. Armee (General der Artellerie von Reichenau) und die sich noch in Reserve befindlichen Divisionen der 8. Armee werden sofort zur Unterst├╝tzung eingesetzt, um die fast 200.000 Mann der Armeen ┬╗Pomorze┬ź und ┬╗Poznan┬ź auf einem 45 Kilometer langen und 30 Kilometer breiten Gel├Ąnde von Stunde zu Stunde immer enger einzukesseln.
Am Abend des 11. September 1939 erhalten die polnischen U-Boot-Kommandanten den Befehl, einen Durchbruch nach England zu versuchen, da die totale deutsche Luftherrschaft ihren Einsatz unm├Âglich macht.

12. September 1939

Am Dienstag, dem 12. September 1939, treffen sich in Abb├ęville der britische Regierungschef Neville Chamberlain und der franz├Âsische Ministerpr├Ąsident Edouard Daladier. Ebenfalls anwesend ist der General Maurice Gustave Gamelin. Die Teilnehmer der Sitzung kommen gemeinsam zu dem Ergebnis, dass der Feldzug in Polen bereits verloren ist und eine Fortsetzung der offensiven Anstrengungen zugunsten Polens unzweckm├Ą├čig erscheint.

13. September 1939

Am Mittwoch, dem 13. September 1939, schlie├čt sich der deutsche Ring um die polnische Hauptstadt. Unterdessen kommen seit den Morgenstunden die polnischen Verb├Ąnde an der Bzura schrittweise voran. Die polnische Infanterie setzt ├╝ber den Flu├č und nimmt Lowicz ein. Der weitere Vormarsch wird jedoch aufgehalten, da sich der deutsche Widerstand immer mehr verst├Ąrkt. Die polnischen Divisionen, die sich entlang der Bzura verschanzt haben, werden am Nachmittag von den Deutschen auf dem Nordufer angegriffen. Um die Flu├č├╝berg├Ąnge bei Brochow und Solchaczew zu kontrollieren, sollen die SS-Leibstandarte ┬╗Adolf Hitler┬ź (SS-Gruppenf├╝hrer Sepp Dietrich) und die 4.Panzerdivision (Generalleutnant Reinhardt) die Br├╝cken besetzen. In der Nacht vom 13./14. September 1939 k├Ânnen sich drei polnische Minensuchboote der (Vogel-) Czajka-Klasse der Halbinsel Hela unbemerkt n├Ąhern und eine Sperre von 60 Minen etwa f├╝nf Seemeilen s├╝dlich des Leuchtturms legen.

14. September 1939

Die deutsche Luftwaffe greift den hafen von Jastarnia an und versenken die drei polnischen Minensucher "Czapla", "Jaskolka" und "Rybitwa".

 

15. September 1939

Am Freitag, dem 15. September 1939, erh├Ąlt in den fr├╝hen Morgenstunden die 14.Armee (Generaloberst List) den Befehl, mit ihren schnellen Truppen in Richtung Tarnopol und Stanislawow vorzur├╝cken, um so die polnischen Verb├Ąnde am Grenz├╝bertritt nach Rum├Ąnien zu hindern. Die von General Blaskowitz an der ganzen Bzura-Front f├╝r diesen Tag eingeleitete Aktion soll die abgedr├Ąngten beiden polnischen Armeen vernichten. So hat die Kavallerie einen mehrfach ├╝berlegenen, noch dazu motorisierten Gegner vor sich. Es mangelt den Ulanen nicht nur an Waffen, Munition oder Verpflegung f├╝r Mensch und Tier, sondern sie besitzen nicht einmal Karten von der Gegend, in der sie k├Ąmpfen. In dem Dreieck zwischen der Bzura-M├╝ndung in die Weichsel, den St├Ądten Lowicz und Zychlin sind 12 gro├če Verb├Ąnde mit ├╝ber 170.000 Mann, dazu endlose Fl├╝chtlingstrecks und Tausende von Fahrzeugen zusammengedr├Ąngt, die pausenlos von deutscher schwerer Artillerie beschossen und durch Stukas bombardiert werden. Als General Tadeusz Kutrzeba erkennt, dass die Schlacht an der Bzura immer mehr in eine Niederlage ausartet, bildet er aus den beiden Kavalleriebrigaden ┬╗Wielkopolska┬ź und ┬╗Podolska┬ź die ┬╗Grupa Operacyjna Kawalerii┬ź (G. O. Kaw.). Er setzt als Kommandeur General Abraham ein. Die G. O. Kaw. soll die ├Âstlich der Bzura liegende Kampinos-Heide s├Ąubern und seinen Truppen den Weg nach Warschau ├Âffnen. An diesem Tag beschlie├čen pl├Âtzlich die estnischen Beh├Ârden auf Druck von Berlin und Moskau, das im Hafen von Reval liegende polnische U-Boot "Orzel" zu internieren. (Das Boot entkamm sp├Ąter nach Gro├čbritannien.)

Das polnische U-Boot Orzel

Das polnische U-Boot Orzel

16. September 1939

Am Sonnabend, dem 16. September 1939, erreichen in den Morgenstunden Teile der G. O. Kaw. aus dem Raum Brochow vorsto├čend die Kampinos-Heide.
Zur gleichen Zeit setzt Generaloberst von Rundstedt seine Truppen zur endg├╝ltigen Einkesselung der polnischen Armeen ┬╗Poznan┬ź und ┬╗Pomorze┬ź ein. Zwar gelingt es den stark angeschlagenen Verb├Ąnden der Armee ┬╗Poznan┬ź, sich einen ├ťbergang ├╝ber die untere Bzura zu erk├Ąmpfen, doch wird die Armee ┬╗Pomorze┬ź zwischen Weichsel und Bzura zusammengedr├Ąngt und von ihren R├╝ckzugswegen abgeschnitten. An diesem Tag l├Ąuft ├╝brigens der erste Geleitzug aus dem kanadischen Hafen Halifax nach England aus.

17. September 1939

Am Sonntag, dem 17. September 1939, l├Ąuft um 04.45 Uhr das tauchunf├Ąhige polnische U-Boot ┬╗Sep┬ź in die schwedischen Hoheitsgew├Ąsser ein und wird bei Landsort interniert.
Durch den verst├Ąrkten Einsatz deutscher Kampfflugzeuge gegen die an der Bzura eingekesselten polnischen Truppen mu├č die Luftwaffe an diesem Tag beinahe alle anderen Kampfhandlung, ausgenommen Aufkl├Ąrungsfl├╝ge ├╝ber dem Gebiet ostw├Ąrts des gro├čen Weichselbogens, zur├╝ckstellen.
Unterdessen bildet das am rechten Weichselufer vorr├╝ckene XIX. Panzerkorps (General der Panzertruppe Guderian) einen Br├╝ckenkopf am linken Bug-Ufer, nachdem es Wlodawa besetzt hat. Die bis zur Bahnlinie Lublin-Kowel vorsto├čenden Panzerspitzen versperren den polnischen Verb├Ąnden der Nordfront den R├╝ckzugsweg hinter den Bug. Aus dem Raum Annapol r├╝ckt jetzt das IV. Armeekorps (General der Infanterie von Schwedler) ├╝ber Krasnik bis Krasnystaw und Lublin vor. So wird die polnische Armee in zwei Gruppen gespalten und von S├╝den her durch die 14. Armee bedroht, die sich auf der Linie Zamosc-Tomaszow Lubelski befindet. Die auf Lemberg vorgehenden Teile der 14. Armee treffen hier auf starken Wiederstand: Die nach der R├Ąumung von Przemysl eingekesselten Verb├Ąnde der fr├╝heren Armee ┬╗Karpaty┬ź greifen jetzt die Deutschen im R├╝cken an, um den Einschlie├čungsring in Richtung Lemberg zu durchbrechen.
Bei Anbruch der Dunkelheit ├╝berschreiten die polnische Regierung und die polnische Heeresleitung die Grenze nach Rum├Ąnien: Sie werden dort interniert.

18. September 1939

Am Montag, dem 18. September 1939, erzittert die Kampinos-Heide unter dem gewaltigen Schlachtenl├Ąrm, der sich allm├Ąhlich bei Bielany den vor Warschau liegenden Ausl├Ąufern n├Ąhert. General Kutrzeba: ┬╗Die Kampinos-Heide wurde zum Grab der Armee Poznan.┬ź Das 7. Berittene J├Ągerregiment ist eines der wenigen Kavallerieregimenter, dem es gelingt, sich nach der Schlacht an der Bzura ├╝ber die Kampinos-Heide in Richtung Warschau vom Feind abzusetzen. Unterdessen st├Â├čt die Kavalleriebrigade ┬╗Wielkopolska┬ź weiter in Richtung Gorki vor. An diesem Tag erhebt in Moskau die Nachrichtenagentur TASS Vorw├╝rfe gegen die estnische Regierung, sie habe die Flucht des polnischen U-Bootes "Orzel" beg├╝nstig, das durch Auslaufen der drohenden Internierung entgangen ist und unter dem Kommando des Wachoffiziers nach England gelangt.

19. September 1939

Am Dienstag, dem 19. September 1939, wird im Morgengrauen die polnische Grenzschutz-(KOP-)Schwadron ┬╗Krasne┬ź bei Oszmiana an der polnisch-sowjetischen Grenze nach kurzem erbitterten Kampf von den sowjetischen Truppen zur Kapitulation gezwungen. Etwa gleichzeitig mu├č die bei Dubno eingeschlossene KOP-Schwadron ┬╗Dederkaly┬ź die Waffen strecken. Gegen die sowjetischen Invasoren Wiederstand zu leisten, versucht noch die westlich des Styr versammelte KOP-Gruppe des Generals Orlik-R├╝kkeman. Das 1., 5. und 6. Infanterieregiment stehen in Wilna kampfbereit zur Verteidigung der auf das n├Ârdliche Wilija-Ufer f├╝hrenden Br├╝cken und Flu├č├╝berg├Ąnge.
In den ostpolnischen Garnisonen nahe der Grenze zur Sowjetunion liegen zur Zeit alle aus West- und Zentralpolen verlegten Truppen. Darunter befinden sich neben den neu aufgestellten taktischen Verb├Ąnden auch Reserveeinheiten der Kavallerie und zahlreiche selbst├Ąndige Abteilungen anderer Waffengattungen. Einem Gro├čteil der im Nordosten Polens stationierten Truppen gelingt das ├ťberschreiten der Grenze von Litauen, und die Verb├Ąnde aus S├╝dostpolen k├Ânnen sich teilweise nach Ungarn und Rum├Ąnien durchschlagen. Dagegen sind die Grenzgarnisonen im Baranowitschi, Sarny, Luzk, Wladimir Wolynskij, Dubno sowie Ostrog, Krzemieniec, Brzezany und Tarnopol inzwischen von den Sowjets ├╝berrollt.
Gespenstische Stille herrscht im hell erleuchteten Wilna, als am Abend des 19. September pl├Âtzlich das Erscheinen sowjetischer Panzer und Infanteristen gemeldet wird. Ein polnischer Sp├Ąhtrupp geht gegen die sowjetischen Panzer mit Handgranaten und Benzinflaschen vor. Er meldet nach seiner R├╝ckkehr die Anwesenheit starker Infanterie- und Panzerkr├Ąfte der Roten Armee in den Wiln├Ąr Vorst├Ądten auf der anderen Flu├čseite der Wilija.
In derselben Nacht gehen die KOP-Bataillone ┬╗Kleck┬ź und ┬╗Ludwikowo┬ź bei Ossowo nach ├ťberquerung des Pripjet gegen sowjetische Panzer- und Infanteriekr├Ąfte vor und werfen sie in den sich bis in die fr├╝hen Morgenstunden hinziehenden K├Ąmpfen nach Duboje zur├╝ck.

 Der Gegner der Armee Lodz, die deutsche 8. Armee.

Die 8. Armee wurde am 1. August 1939 mit General Johannes Blaskowitz als Kommandeur aufgestellt. F├╝r den Angriff gegen Polen wurde sie der Heeresgruppe S├╝d (Rundstedt ) untergeordnet. Am 1. September 1939 trat sie aus ihrem Bereitstellungsraum Niederschlesien heraus an und drang in Richtung L├│dz vor. Linksgestaffelt gew├Ąhrte sie der 10. Armee (Reichenau ), die rechts von ihr bereits einen m├Ąchtigen Panzerkeil gegen Warschau vortrieb, Flankenschutz gegen die polnische Armee L├│dz . W├Ąhrend L├│dz unter schweren Verlusten zur├╝ckgehen musste, drohte der Armee Poznan die Einschlie├čung durch die 4. Armee (v. Kluge) und die 8. Armee. Als sich der Kommandeur von Poznan , General Tadeusz Kutrzeba , entschloss, sich hinter die Weichsel zur├╝ckzuziehen, f├╝hrte dies zur Krise bei der 8. Armee. Rundstedt begr├╝├čte jedoch die sich anbietende M├Âglichkeit zum Kampf und tats├Ąchlich hielt die deutsche Front (30. Infanteriedivision), w├Ąhrend inzwischen Verb├Ąnde der Luftflotten 1 und 4 auf den Gegner einschlugen. Die 10. Armee kam der 8. zu Hilfe: das XVI. Armeekorps verlegte Poznan den Weg, das XI. und XIII. Armeekorps schlossen gegen die Bzura auf und das von Norden kommende III. AK (4. Armee) vollendete die Einschlie├čung im Raum Kutno . 170.000 Polen kapitulierten am 19. September im Kessel; ein paar tausend entkamen in die W├Ąlder, aber nur wenige hundert Mann schlugen sich nach Modlin oder Warschau durch. Obwohl die seit dem 8. September eingeschlossene polnische Hauptstadt noch k├Ąmpfte, verlegte das OKH seit dem 20. /21. Truppenverb├Ąnde an die deutsche Westgrenze. So l├Âste die 8. Armee die 10. vor Warschau ab und zog bis zur Kapitulation Warschaus am 27. September in heftigen K├Ąmpfen den Belagerungsring immer enger. Am 20. Oktober 1939 wurde die 8. Armee bei der Verlegung von Polen nach dem Westen in 2. Armee umbenannt.

 Ein weiterer Fund ├╝ber die Armee Lodz.

 Am 8./9.9. wurden die Hauptkr├Ąfte der Armee "Prusy", die sich im Raum Radom auf dem R├╝ckzug in Richtung Pulawy befanden, eingekesselt und bis zum 11.9.zerschlagen.Am Nachmittag des 9.9. greift ein polnisches Korps der Armee Poznan (Posen), unter General Edmund Knoll - Kownacki, in St├Ąrke von 3 Infanterie-Divisionen und 2 Kavallerie-Brigaden, ├╝ber die Bzura, zwischen Leczyca und Lowicz, die Nordflanke der 8.Armee an. Die 8.Armee war gezwungen ihren Vormarsch auf Warschau zu unterbrechen. Die 10.Armee mu├čte die 8.Armee mit 3 Armee-Korps unterst├╝tzen, da auch mehrere Divisionen der Armee "Pormorze", am 14.9.,bei Lowicz in Richtung Skierniewice, angriffen. Am 8.9. erreichte die Spitze  einer deutschen Panzerdivision Warschau, doch der Versuch die Stadt im Handstreich zu nehmen scheiterte, aber die Einkesselung nahm ihren Anfang.
Indessen hatte sich die Lage, der im Raum Lodz - Plock - Warschau in Richtung Warschau zur├╝ckgehenden Armeen "Pomorze", "Poznan" und "Lodz", ung├╝nstig entwickelt. Der polnische Oberbefehlshaber wollte diesen 3 Armeen den R├╝ckzug nach Warschau erm├Âglichen und brach die Aktionen des Korps Knoll - Kownacki ab, um es bei einem Angriff auf Sochaczew, am 12.9., einzusetzen.
Aus dieser Situation  heraus entwickelte sich  an der Bzura bei Kutno eine der erbittertsten Schlachten des Feldzuges.. In der Schlacht an der Bzura leisteten eingekesselte polnische Kr├Ąfte vom 8. bis 23. 9. erbitterten Widerstand. Nachdem sich die von Norden und S├╝den angreifenden deutschen Gruppierungen bei Warschau und am mittleren Bug vereinigt hatten, war der Feldzug entschieden.
Die polnischen Armeen wurden praktisch eingeschlossen.
Am 17.9. gelingt es einem Teil der Armee "Lodz" bei Brochow den ├ťbergang ├╝ber die Bzura zu erzwingen und am 20.9.nach Warschau durchzubrechen. Doch die Kesselschlacht geht am 20.9. zu Ende (kleine Verb├Ąnde k├Ąmpfen noch bis zum 23.9.).170 000 Mann gehen in deutsche Kriegsgefangenschaft.
quelle: www.polenfeldzug.htm

 Armee "Lodz":

      Oberbefehlshaber:       Generalleutnant R├│mmel     Heimatstandort:  SW- Polen 

      Gliederung :                  2. Infantriedivision , dass 3. Bataillon mit dem Inf.Rgm. 63  u.  2 Kav.Brigaden  

      Zerschlagen:                 am 18./19.9.1939 in Warschau

 

polnische Armee "lodz"

 

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Ein deutsches Infanterieregiment in Polen (Sep. 1939)

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22. Inf.Div., 177. DIV., 78. Sturm Div, A.R. 120 der 110. ID und den Seiten:

Fernsprech-Bau,  K├Ąmpfe der 78.SD,  Nachrichtenabteilungen, Nachrichten PzAOK1,  Kriegsgefangen,  das Ende im Osten,  das Drama von Stalingrad,  der Polenfeldzug,  Luxemburger in der Wehrmacht,  der 2. WK- Allgemein (Einheiten, Informationen),  Vermisste des WK,  Wissentschaftl. Infos,  Gedenkst├Ątten des 2.WK, der Soldat.

 

 

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