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05. 05. 2005
Letzte Aktualisierung
am 11. 11. 2016

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Schüleraufsatz nach Besuch auf der Wache 4

Bei der Feuerwache 4

Tagelang wurde in der Klasse schon von dem Besuch bei der Feuerwehr gesprochen. Endlich war es soweit. Am 3. März 1970 um 9.45 Uhr ging unsere Klasse 6b zur Feuerwache 4, der Hohentorswache. Wir wurden von einem Beamten der Feuerwehr empfangen. Dieser begrüßte uns und freute sich, daß wir möglichst viel über die Einrichtungen und Aufgaben der Feuerwehr erfahren wollten. In Begleitung des Feuerwehrmannes besichtigten wir nun die Wache.
Die Nachrichtenzentrale ist immer mit einem Beamten der Feuerwehr besetzt, der die dort befindlichen vielen Apparate bedient, - Die Feuerwache 4 ist für das Gebiet „Links der Weser" zuständig. 95 Feuermelder und im Augenblick 16 Notrufsäulen sind an diese Nachrichtenzentrale angeschlossen. Es sollen aber noch mehr Rufsäulen angeschlossen werden. Eine Telefonverbindung führt von dieser Zentrale aus direkt zur Polizei. Alle Nachrichtenzentralen der Feuerwehr sind außer durch Telefon, auch durch einen Ringfernschreiber miteinander verbunden.
Die Feuerwehrmänner haben einen harten 24-Stunden-Dienst (24 Std., Wachdienst - 24 Std. Freizeit). Der Beamte in der Zentrale machte uns vor allen Dingen darauf aufmerksam, daß man nie aus Spaß einen Feuermelder einschlagen darf und daß dieses außer mit der polizeilichen Verfolgung auch mit hohen finanziellen Kosten von mindestens DM 250,— verbunden ist, die solch ein Feuerwehreinsatz verursacht.
In Begleitung des Oberbrandmeisters durften wir die Wagenhalle besichtigen. Der Krankenwagen wird für alle Unfälle im Verkehr oder bei Bränden eingesetzt. Er ist mit allen notwendigen Hilfsmitteln zur "Ersten Hilfe", wie Sauerstoffgerät zur Wiederbelebung, Pullmotor, sechs verschiedenen Jet-Bandagen usw. ausgerüstet. Die Jet-Bandagen werden dazu verwendet, einem Menschen, der steh z. B. den Unterarm gebrochen hat, diesen anzulegen, damit der Arm ruhig gehalten wird und auf dem Transport zum Arzt vor Erschütterungen geschützt ist. Sonst könnte aus einem einfachen Bruch noch ein komplizierter werden. Mit der Nottrage kann man einen Verletzten transportieren.
In der Halle stand auch ein Trofa- oder Tankfahrzeug; dieses hat einen Wassertank, der 1600 Liter Wasser faßt. Eine Pumpe, die in diesem Wagen vorhanden ist, hat 4 Stutzen, einen Ansaug- und 3 C-Stutzen, Außerdem sind noch 2 Manometer angebracht. Das Trofa- oder Tankfahrzeug besitzt auch eine Pulveranlage, die für die Erstickung des Feuers bei flüssigem Brennstoff zur Anwendung kommt. Ein 30 m langer Hochdruckschlauch ist für den Schnellangriff notwendig. Die Drehleiter ist 30 m lang und kann um 360 Grad gedreht werden. Die Feuerwehrmänner, die auf dieser Leiter arbeiten, müssen sehr viel Mut beweisen und schwindelfrei sein.
Es ist für die Feuerwehrmänner sehr schwer, mit einem 11 kg schweren Atemschutzgerät in verqualmten Gebäuden zu arbeiten. Dieses Atemschutzgerät wird jedem Feuerwehrmann angemessen. Es hat einen Druck von 150 atü. An jedem Atemschutzgerät ist ein Manometer angebracht, so daß jeder ablesen kann, wieviel atü er noch zur Verfügung hat. Zeigt das Manometer auf 80 bzw. sogar auf 60 atü, muß der Feuerwehrmann den Raum schnellstens verlassen, um nicht zu ersticken. Diese Arbeit erfordert von jedem Feuerwehrmann große Anstrengung. Wir gingen weiter und sahen ein kleineres Löschfahrzeug, welches einen Wassertank von 800 Litern besitzt. Dieses Fahrzeug hat eine 4 teilige Steck-, eine 3 teilige Schieb- und eine Hakenleiter. In diesem Wagen ist für jeden Feuerwehrmann ein Feuerwehrbeil und ein Hakengurt Der Hakengurt ist auch jedem Feuerwehrmann angemessen worden. In dem Fahrzeug ist auch ein Sprungtuch vorhanden.
Sind in einer Wohnung, die sich in geringer Höhe befindet, keine anderen Fluchtwege mehr, so muß daß Sprungtuch verwendet werden. Es ist Vorschrift, daß dieses Tuch von 16 Mann gehalten wird.
Auf dem Hof der Wache wurde die 30 m lange Leiter ausgefahren, deren Länge ungefähr die Höhe eines Hochhauses von 8 bis 9 Stockwerken entspricht In der Halle standen auch noch 2 Gerätewagen, 1 Schlauchwagen, 2 Anhänger und 1 Boot aus Leichtmetall.
Ist ein Brand auf dem Flughafen ausgebrochen, so wird der Schlauchwagen gebraucht. Er wird immer benötigt, wenn Wasser über weite Strecken herangeholt werden muß. In dem Schlauchwagen befinden sich 2000 m Schlauch, In einem Gerätewagen befinden sich Schutzanzüge für jeden Feuerwehrmann, Soll ein Wespennest vernichtet werden, müssen diese Schutzanzüge übergezogen werden. Ferner sind vorhanden: eine Kettensäge, ein Teleskop, einige Langschläuche etc. Für kleinere Brände werden die Handfeuerlöscher verwendet, Naßlöscher entwickeln in einem geschlossenen Druckbehälter Kohlendioxyd, das in kräftigem Strahl aus einer Düse austritt und das Feuer erstickt.
Bei Bränden auf Schiffen und in Haien wird das Rettungsboot benötigt, das aus Leichtmetall besteht. Für den gesamten Bremer Bezirk mit den 19 freiwilligen Feuerwehrwachen ergibt das ganze Schlauchmaterial eine 60 km lange Strecke, vergleichbar mit der Entfernung Bremen — Bremerhaven. Auf dem Hof der Feuerwache befindet sich ein Schlauch- und Übungsturm. Nach jedem Brandeinsatz werden die Schläuche gesäubert und in den etwa 25 m hohen Turm zum Trocknen gehängt. Damit die Feuerwehrmänner für jeden Einsatz in Form bleiben, üben sie an diesem Turm. Zwischen den jeweiligen Einsätzen erholen sich die Feuerwehrleute in den Aufenthaltsräumen, die gemütlich ausgestattet sind, da das Leben dieser Männer aus einem nie endenden Dienst an hilfsbedürftigen Menschen besteht.
Wenn man sich dieses alles genau angesehen hat und überlegt, weiß man, daß der Beruf eines Feuerwehrmannes ein schöner, aber leider auch ein sehr harter ist —
Dieses war unser Besuch auf der Feuerwache 4. der uns sehr gut gefallen hat.

 

Jürgen Schmidt, Sylvia Schmoll, Bettina Koll
Schule an der Gottfried-Menken-Straße
Grund- und Hauptschule

 

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