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Letzte Aktualisierung
am 11. 05. 2019

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Einsatz, Schulung, Personalwesen 

Freiwillige Feuerwehren

Gerhard Bader, Bremen

Über Einsätze der Feuerwehr zu schreiben bedeutet im Grunde ein Buch herzustellen. Zu vielfältig sind die täglichen Aufgaben der Feuerwehr. Zu jeder Tages- und Nachtzeit erwartet der Bürger von seiner Feuerwehr schnellste und fachkundige Hilfe bei Bränden und anderen Notständen, bei denen Menschen, Tiere oder Sachwerte in Gefahr geraten sind. Das von der Bevölkerung in die Feuerwehr gesetzte Vertrauen ist hoch, wobei erwartet wird, daß sie nicht nur mit den herkömmlichen Gefahren, sondern auch mit den Ereignissen fertig wird, die die modernen technischen Entwicklungen mit sich bringen.
Welche Voraussetzungen muß nun eine Großstadtfeuerwehr erfüllen, damit das in sie gesetzte Vertrauen gerechtfertigt ist, und wie ist sie technisch organisiert und ausbildungsmäßig aufgebaut, damit sie immer, auch unter ungünstigsten Verhältnissen, bei ihren Einsätzen den unumgänglichen Wettlauf mit der Zeit gewinnen kann? In der Stadtgemeinde Bremen wird der Brandschutz von der Berufsfeuerwehr mit zur Zeit 534 Beamten, 10 Angestellten, 13 Staatsarbeitern sowie 18 freiwilligen Feuerwehren mit insgesamt 445 Mitgliedern wahrgenommen. In sechs Großbetrieben unserer Stadt bestehen darüber hinaus nach dem Gesetz anerkannte Werkfeuerwehren mit insgesamt 412 Mitgliedern. Organisatorisch untersteht das gesamte Feuerwehrwesen sowie der zivile Bevölkerungsschutz dem Ressort des Senators für Inneres.
Bei einer Dienstzeit von wöchentlich rund 66 Stunden werden von den Beamten der Feuerwehr 75 Lösch- und Sonderfahrzeuge sowie drei Feuerlöschboote alarmbereit gehalten.
Es ist selbstverständlich, daß bei der Vielzahl der Funktionen, die ein Feuerwehrbeamter erfüllen muß, eine gründliche Ausbildung und Schulung sowohl am Anfang seiner Laufbahn als auch während seiner gesamten Dienstzeit erfolgen muß. Aus diesem Grunde werden bei der Feuerwehr Bremen für den mittleren Dienst auch nur Bewerber mit einer abgeschlossenen beruflichen Ausbildung sowie einer zweijährigen Tätigkeit in diesem Beruf eingestellt. Für den gehobenen Dienst wird eine abgeschlossene Fachschulausbildung oder für besonders befähigte Beamte des mittleren Dienstes eine Aufstiegsprüfung zum Brandinspektor gefordert. In den höheren Dienst der Feuerwehr werden in der Regel Diplom-Ingenieure, Diplom-Chemiker oder Diplom-Physiker mit abgeschlossener Hochschulausbildung berufen. Auch hier besteht die Möglichkeit, durch Teilnahme an entsprechenden Aufstiegslehrgängen vom gehobenen Dienst in die Laufbahndes höheren Dienstes aufzusteigen. Durch diese Besetzung der höheren Führungsstellen sowohl mit geeigneten Praktikern aus dem Feuerwehrdienst als auch mit vorwiegend theoretisch vorgebildeten Leuten von Fach- und Hochschulen ergibt sich eine besonders gute Anpassung
und Ausbildung und Einsatzbereitschaft der Feuerwehr an die stets wechseln den Anforderungen
Im Jahre 1969 hatte die  Bremer   heu erwehr    insgesamt    35287    Einsätze wobei allerdings die Mehrzahl dieser Einsätze auf den Unfall- und Krankentransport   entfällt.    Besser   als viele Worte mögen die im Text eingestreuten
Bilder von Einsätzen und Hilfsleistungen die Arbeit der Feuerwehr vor Augen führen.



Die in der Stadt Bremen nach dem Gesetz über den Feuerschutz im Lande Bremen überwiegend in den Stadtrandgebieten aufgestellten 18 freiwilligen Feuerwehren sind dem Leiter der Berufsfeuerwehr unterstellt und werden von der Berufsfeuerwehr betreut. Hier hat die Berufsfeuerwehr die Aufgabe, die Ausbildung der Feuerwehrmänner, Maschinisten und Gruppenführer durchzuführen, die Fahrzeuge und Geräte zu beschaffen und im einsatzfähigen Zustand zu erhalten, für die Unterhaltung der Gerätehäuser zu sorgen, die Alarmierung der freiwilligen Feuerwehren zu veranlassen und auf größeren Einsatzstellen, auf denen die freiwilligen Feuerwehren neben der Berufsfeuerwehr eingesetzt sind, die Einsatzleitung zu übernehmen. Jede freiwillige Feuerwehr wird von einem Wehrführer geleitet, der auch für die Durchführung der Lösch- und Rettungsarbeiten verantwortlich ist. Der Wehrführer ist Ehrenbeamter der Stadtgemeinde Bremen.
Werkfeuerwehren werden in Betrieben mit erhöhter Brandgefahr aufgestellt und durch den Senator für Inneres anerkannt. Die Berufsfeuerwehr ist den Betrieben bei der Aufstellung und Ausbildung von Werkfeuerwehren behilflich. Die Führungskräfte der Werkfeuerwehren werden in der Regel von der Berufsfeuerwehr ausgebildet.
Im Katastrophenschutz der Stadtgemeinde Bremen ist der Feuerwehr der Technische Abwehrdienst B zugeteilt worden. Der letzte Katastropheneinsatz wurde von der Feuerwehr im Februar 1962 während der Sturmflutkatastrophe durchgeführt. In der Zeit vom Freitag, den 16. 2. 1962, bis Sonnabend, den 17. 2. 1962, hat die Feuerwehr in einem ununterbrochenen, 40 Stunden dauernden Einsatz in Farge, Woltmershausen, Huchting, Seehausen, Strom und auf dem Stadtwerder insgesamt 142 Menschen lebend aus Wassersnot geborgen und zwei Menschen nur noch tot den Fluten entreißen können. Außerdem war sie in dieser Zeit fast 900-mal zu Hilfeleistungen bei Wasser- und Sturmschäden eingesetzt.

 

 

 

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